Noch in diesem Jahr sollen Autofahrer ihren Führerschein und die Fahrzeugpapiere auch digital vorlegen können. Der ADAC rät dennoch dazu, die analogen Dokumente weiterhin mitzuführen.
das Wichtigste zuerst
- Rollout Ende 2026: Das Bundesverkehrsministerium will den digitalen Führerschein bis Ende 2026 in der i-Kfz-App bereitstellen.
- Fahrzeugschein bereits live: Der digitale Fahrzeugschein ist bereits seit letztem Jahr über die i-Kfz-App nutzbar und reicht bei Kontrollen im Inland völlig aus.
- Nur Ergänzung, kein Ersatz: Die physischen Dokumente verbleiben als Hauptnachweise, da sie für Ersterstellung und Auslandsfahrten zwingend erforderlich sind.
- Technische Hürden: Wegen hoher Sicherheitsstandards laufen die Apps auf älteren Betriebssystemen sowie manchen Geräten von Huawei und Motorola bisher nicht.
- Praktische Features: Der digitale Fahrzeugschein lässt sich bei Leihwagen einfach über das Handy teilen und aktualisiert Daten wie die Hauptuntersuchung automatisch.
- Empfehlung des ADAC: Der Automobilclub rät dazu, die originalen Dokumente weiterhin mitzuführen.

© AlpakaVideo / shutterstock.com (Symbolbild)
Digitaler Fahrzeugschein bereits am Start – Führerschein soll bis Ende 2026 folgen
Wird der klassische „Lappen“ bald komplett vom Smartphone abgelöst? Geht es nach der Bundesregierung, sollen Autofahrer ihre Fahrerlaubnis zumindest auch in digitaler Form vorlegen können. Der aktuelle Stand: Sobald die technischen Voraussetzungen gegeben sind, soll noch in diesem Jahr eine neue Rechtsgrundlage im Straßenverkehrsgesetz (StVG) sowie in der dazugehörigen Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV) geschaffen werden.
Das Bundesverkehrsministerium strebt an, den nationalen digitalen Führerschein bis Ende 2026 zur Verfügung zu stellen, noch vor dem europaweiten Rollout im Jahr 2030. Den digitalen Fahrzeugschein gibt es hingegen schon seit Februar 2025. Bei Kontrollen innerhalb Deutschlands ist ein Nachweis per i-Kfz-App ausreichend.
Physische Dokumente werden nicht ersetzt, nur ergänzt
Da die Nachweise künftig digital auf dem Smartphone verfügbar sind, können der Kartenführerschein und der Fahrzeugschein im Alltag zu Hause bleiben. Das erleichtert beispielsweise die Nutzung von Carsharing oder Mietwagen. Beide digitalen Varianten ersetzen die physischen Originale allerdings nicht vollständig: Sowohl die Plastikkarte als auch der Papierfahrzeugschein bleiben die eigentlichen Hauptdokumente, die zwingend erforderlich sind, um die digitalen Nachweise in der App überhaupt anzulegen.
Zudem werden die physischen Dokumente für Fahrten im Ausland weiterhin benötigt. Erst 2030 sollen die neuen EU-Führerscheinregeln in allen Mitgliedsstaaten flächendeckend umgesetzt sein.
Fahrzeugschein ist bereits in der i-Kfz-App verfügbar
Der digitale Fahrzeugschein lässt sich bereits seit Ende 2025 über die neue i-Kfz-App auf dem Smartphone abrufen. Entwickelt wurde die Software vom Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) in Zusammenarbeit mit der Bundesdruckerei. Nach der inzwischen abgeschlossenen Testphase steht sie für Android- als auch für iOS-Nutzer in den jeweiligen App-Stores zum Download bereit. Perspektivisch ist vorgesehen, den digitalen Führerschein ebenfalls in die i-Kfz-App einzubinden.
Wegen der hohen Sicherheitsanforderungen kann es bei älteren Smartphones oder veralteten Betriebssystemen jedoch zu Kompatibilitätsproblemen kommen. Geräten von Huawei und Motorola fehlt laut ADAC bis auf wenige Ausnahmen die nötige Unterstützung. Wer ein Smartphone dieser beiden Marken verwendet, ist deshalb weiterhin auf das Mitführen der gedruckten Dokumente angewiesen.
Live-Updates von der Hauptuntersuchung
Für das Speichern des Fahrzeugscheins in der App wird die Onlinefunktion des Personalausweises zur Authentifizierung benötigt. Als Alternative ist ein Verfahren via QR-Code bei der Fahrzeugzulassung geplant, an dessen Umsetzung derzeit noch gearbeitet wird.
Der digitale Fahrzeugschein kann für sämtliche Fahrzeugklassen erstellt werden. Wird ein Auto verliehen, lässt sich der Nachweis unkompliziert direkt aus der i-Kfz-App heraus online teilen. Zudem findet bei jedem Start der App eine automatische Prüfung statt, ob die Daten aktuell sind. Besteht etwa ein Auto die Hauptuntersuchung, übermittelt die Prüforganisation das Ergebnis an das KBA, woraufhin die App das neue Fälligkeitsdatum automatisch übernimmt.
Fazit
2026 könnte ein Meilenstein bei der Digitalisierung erreicht werden: Führer- und Fahrzeugschein sind in digitaler Form erhältlich und im Falle einer Polizeikontrolle als Nachweis ausreichend – zumindest in Deutschland. Das große Aber kommt jedoch vom ADAC, der dazu rät, die analogen Scheine auch weiterhin mitzuführen. Somit geht der „Lappen“ in diesem Jahr nicht in Rente, sondern höchstens ins Homeoffice.
Quellen
Weitere News!
Autofahren bei Gewitter: Worauf man achten muss
Digitaler Führerschein: Geht der „Lappenׅ“ 2026 in Rente?
„Smombie“-Alarm! Italien plant Ablenkungs-Bußgeld für Fußgänger