Autofahren bei Gewitter: Worauf man achten muss

28.08.2026 - 4 min Lesezeit

Gewitter, Starkregen und Sturm können im Straßenverkehr schnell gefährlich werden. Was Autofahrer bedenken sollten!

das Wichtigste zuerst
  • Schutz bei Blitzschlag: Die Metallkarosserie eines Autos funktioniert bei einem Blitzeinschlag wie ein Faradayscher Käfig, da sie den Blitzstrom zur Erde ableitet.
  • Elektroauto & Verbrenner: Der Schutz durch die Karosserie gilt unabhängig vom Antrieb.
  • Cabriolets: Auch die meisten Cabrio-Modelle bieten bei Gewitter Schutz, solange das Verdeck geschlossen ist.
  • Aquaplaning vermeiden: Bei starkem Regen kann sich Wasser in Spurrillen sammeln. Autofahrer sollten deshalb besonders vorsichtig und langsam fahren.
  • Überschwemmte Fahrbahn: Tiefes Wasser sollte nicht mit hohem Tempo durchfahren werden, da Spritzwasser einen Motorschaden verursachen kann.
  • Fahrverhalten bei Sturm: Eine reduzierte Geschwindigkeit erleichtert das Gegenlenken bei starken Windböen.
Autofahren bei Gewitter: Worauf man achten muss

© Marco Rubino / shutterstock.com (Symbolbild)

Ist man im Auto bei Gewitter geschützt?

Derzeit ziehen in vielen Teilen Deutschlands schwere Gewitter auf. Im Freien sollte man sich daher nur bedingt aufhalten. Doch was bedeutet die Wetterlage für die Sicherheit im Straßenverkehr? Eine kleine Entwarnung vorneweg: Stürme und Blitze können während einer Autofahrt zwar bedrohlich wirken, die meisten Fahrzeuge bieten ihren Insassen jedoch einen effektiven Schutz.

Schlägt nämlich ein Blitz in das Auto ein, wird der Strom über die metallische Außenhülle abgeleitet. Die Karosserie wirkt dabei wie ein Faradayscher Käfig, so der Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (VDE). Laut ADAC Hessen-Thüringen ist die Wahrscheinlichkeit eines Blitzeinschlags im Auto ohnehin eher gering.

Entwarnung mit kleinen Einschränkungen

Dabei spielt es keine Rolle, ob man ein Elektroauto oder einen Verbrenner fährt, solange die Karosserie aus Metall besteht. Auch Cabriolets sind bei einem Blitzeinschlag weitestgehend sicher. Voraussetzung dafür ist, dass das Verdeck des jeweiligen Modells Metallstangen enthält, über die ein Einschlag abgeleitet werden kann. Dass das Verdeck geschlossen sein muss, liegt auf der Hand.

Wer in einem Wohnwagen sitzt, lebt gefährlicher, da dessen Außenhülle hauptsächlich aus glasfaserverstärktem Kunststoff besteht. Die Fahrerkabine bei Wohnmobilen verspricht hingegen ausreichend Schutz.

Was passiert nach einem Blitzeinschlag?

Nach einem Blitzeinschlag sollten Autofahrer keine Metallteile berühren, die mit der Fahrzeugkarosserie verbunden sind. Aufgrund der Kunststoffverkleidung moderner Autos kann das Fahrzeug im Anschluss zumeist ohne Gefahr verlassen werden. Schäden an Reifen und der Fahrzeugelektronik sind dennoch möglich. Wenn die Warnleuchte eine Fehlermeldung anzeigt, sollte man die nächste Werkstatt aufsuchen.

Fahrverhalten bei Aquaplaning

Bei starkem Regen kann sich Wasser auf der Fahrbahn und insbesondere in den Spurrillen sammeln. Bei zu viel Wassermasse verlieren die Reifen den Kontakt zur Straße, wodurch sich das Fahrzeug nur noch eingeschränkt lenken lässt. Der ADAC Hessen-Thüringen empfiehlt daher bei Aquaplaning, möglichst parallel zu den Spurrillen zu fahren. Gerät das Fahrzeug ins Schlingern, sollte man vollständig vom Gas gehen, die Kupplung treten und das Lenkrad möglichst gerade halten.

Wie gefährlich sind überschwemmte Straßen?

Bei einer überfluteten Fahrbahn geht es dagegen vor allem um die Wassertiefe. Steht das Wasser zu hoch, kann es in den Ansaugbereich des Motors gelangen und einen Motorschaden verursachen. Als Faustregel gilt: Das Wasser darf beim Durchfahren höchstens bis zur Unterkante der Stoßfänger reichen. Ist nicht absehbar, wie tief die Überflutung tatsächlich ist, sollte die Strecke möglichst nicht befahren werden.

Was ist bei Sturm zu beachten?

Auch bei starkem Wind sollten Autofahrer ihre Geschwindigkeit reduzieren. Wer langsamer fährt, kann besser auf plötzliche Windböen reagieren und gegenlenken. Besondere Vorsicht ist auf Brücken geboten. Dort können starke Seitenwinde das Fahrzeug unvermittelt versetzen. Auch nach dem Überholen massiver Fahrzeuge können sich die Windverhältnisse plötzlich verändern. Hinzu kommt die Gefahr durch umgestürzte Bäume oder herabgefallene Äste.

Fazit

Autos mit Metallkarosserie sind bei Gewitter grundsätzlich gut geschützt vor einem Blitzeinschlag. Deutlich größere Gefahren für Autofahrer gehen häufig von Starkregen, Aquaplaning, Überschwemmungen und kräftigem Wind aus. Wer langsamer und aufmerksam fährt, kann Risiken reduzieren. Bei einem drohenden schweren Unwetter sollte die Fahrt nach Möglichkeit verschoben werden.

Quellen

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