Verkehrsrecht-News vom - 5 min Lesezeit
Der ADAC hat im Rahmen einer aktuellen Umfrage unter seinen Mitgliedern ermittelt, was Autofahrer im Straßenverkehr am meisten ärgert.
das Wichtigste zuerst
- ADAC-Umfrage: Der Automobilclub hat unter seinen Mitgliedern ermittelt, welche Verhaltensweisen im Straßenverkehr für den größten Frust sorgen.
- Platz 1, Aggressive Autofahrer: Riskantes Überholen, plötzliche Spurwechsel und rücksichtslose Fahrweisen führen das Ranking an (76 %).
- Platz 2, Drängler: Zu dichtes Auffahren und das Missachten des Sicherheitsabstands sorgen für ebenso großen Ärger (76 %).
- Platz 3, Rücksichtslose Radfahrer: Regelverstöße auf zwei Rädern, etwa das Missachten roter Ampeln oder Fahren ohne Licht, stoßen auf breites Unverständnis (70 %).
- Platz 4, Abgelenkte Verkehrsteilnehmer: Das Smartphone am Steuer erzeugt ein immenses Sicherheitsrisiko durch gefährliche Blindflüge (66 %).
- Platz 5, Blinkmuffel und Spurschneider: Fehlendes Signalisieren provoziert brenzlige Situationen und führt bei Unfällen rechtlich oft zur Alleinschuld (Anscheinsbeweis) (63 %).
- Ursachen: Laut dem ADAC belasten Anonymität, Enge und Zeitdruck die Psyche im Auto. Großzügige Zeitpuffer und mehr Planung können den Stress abmildern, ebenso wie entspannte Musik.

© n_defender / shutterstock.com (Symbolbild)
Platz 1: Aggressive Autofahrer
Ob über Drängler, Blinkmuffel oder Verkehrsrowdys: Sich im Straßenverkehr aufzuregen, fällt nicht schwer. Doch was sorgt bei Autofahrern für den größten Ärger? Laut einer aktuellen Umfrage des ADAC unter den Mitgliedern des Clubs sind es vor allem rücksichtslose und aggressive Fahrzeuglenker, die anderen den letzten Nerv rauben und für Stress sorgen.
Riskante Überholmanöver, plötzliche Spurwechsel und das Missachten von Signalen und Verkehrszeichen gehören hier zu den typischen Verhaltensauffälligkeiten. Eine aggressive Fahrweise liegt daher mit 76 Prozent auf Platz eins der belastendsten Situationen für Autofahrer im ADAC-Ranking, dicht gefolgt von einem weiteren, leider weit verbreiteten Fehlverhalten.
Platz 2: Drängler
Dabei handelt es sich um das zu dichte Auffahren beziehungsweise das Missachten des gesetzlich vorgeschriebenen Sicherheitsabstands. Auch hier votierten 76 Prozent der Befragten dahingehend, dass es sich um das am meisten störende Verhalten handelt. Tatsächlich geht eine aggressive Fahrweise oft mit zu dichtem Auffahren einher.
Wer unsicher ist, wie genau der Abstand sein muss, kann auf eine bekannte Faustformel zurückgreifen: Der Abstand sollte außerorts mindestens dem halben Tachowert in Metern entsprechen (Faustformel „halber Tacho“ bzw. „Zwei-Sekunden-Regel“), innerorts gilt als Richtwert die Strecke von drei Pkw-Längen („Drei-Pkw-Längen-Regel“) oder der Abstand von einer Sekunde. Bei Verstößen drohen empfindliche Bußgelder, Punkte oder Fahrverbote.
Platz 3: Fahrradfahrer
Auf dem dritten Platz findet sich ein alter Rivale des Autofahrers wieder: der Drahtesel. Insgesamt 70 Prozent der befragten Pkw-Fahrer geben an, sich durch Fahrradfahrer gestört zu fühlen, die sich nicht an die Regeln der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) halten und diese eher als Orientierungshilfe denn als verpflichtendes Regelwerk verstehen. Typische Regelverstöße, die wohl jeder schon einmal im Alltag beobachtet hat, sind das Missachten roter Ampeln, fehlendes Licht während der Dunkelheit oder das Fahren auf der falschen Straßenseite.
Platz 4: Abgelenkte Verkehrsteilnehmer
Eine vergleichbar große Gefahr geht laut den Umfrageteilnehmern von dem Phänomen der Ablenkung aus. Rund 66 Prozent brachten mit ihrer Antwort zum Ausdruck, dass sie beispielsweise die Nutzung eines Smartphones während der Fahrt durch andere Verkehrsteilnehmer als besonders störend und problematisch empfinden.
Der ADAC verweist diesbezüglich auf eine einfache Modellrechnung, die das Risiko der Ablenkung veranschaulicht: Wer bei einer Fahrtgeschwindigkeit von 50 km/h nur zwei Sekunden aufs Handy schielt, legt ganze 30 Meter Strecke ohne Blick auf die Straße, das heißt im Blindflug, zurück.
Platz 5: Blinkmuffel und Spurschneider
Den fünften Platz der störendsten Verhaltensweisen nimmt mit 63 Prozent das Abbiegen beziehungsweise der Spurwechsel ohne zu blinken ein. Wer den Blinker vergisst, nimmt anderen Verkehrsteilnehmern die Möglichkeit, rechtzeitig zu reagieren. Das führt nicht nur zu unnötigem Stress an Kreuzungen und Einmündungen, sondern provoziert auch gefährliche Situationen beim Reißverschlussverfahren oder beim Überholen.
Zudem wird das Fehlverhalten juristisch streng geahndet. Tritt bei dem Manöver ein Unfall ein, greift fast immer der Anscheinsbeweis zuungunsten des Fahrers, der die Spur gewechselt hat.
| Störendes Verhalten | Zustimmungsquote |
|---|---|
| Aggressives Verhalten | 76 Prozent |
| Dichtes Auffahren | 76 Prozent |
| Radfahrer-Rowdys | 70 Prozent |
| Ablenkung | 66 Prozent |
| Abbiegen ohne Blinken | 63 Prozent |
Warum Autofahrer im Straßenverkehr gestresst sind
Laut ADAC-Verkehrspsychologe Ulrich Chiellino speist sich der Frust im Straßenverkehr aus einer toxischen Mischung: Gefühlte Anonymität, Enge und die Fülle an Regeln überfordern die Psyche, während ständige Konflikte die Impulsivität anheizen. Unerwartete Baustellen oder die Fahrfehler anderer wirken da wie Brandbeschleuniger, die sich verheerend auf die eigene Frustrationstoleranz auswirken können.
Als Antiserum empfiehlt der Automobilclub, mehr Zeit einzuplanen und Unterbrechungen im Straßenverkehr zu erwarten. Zudem gebe es Übungen wie das bewusste Hören von Musik an einem ruhigen Ort. Aufbrausende Autofahrer sollten daher vielleicht bei der nächsten Stressfahrt auf die beruhigenden Klänge von Beethoven, Bach oder Chopin zurückgreifen.
Quellen
Zusammengestellt von der Redaktion Geblitzt.de.
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