Verkehrsrecht-News vom - 6 min Lesezeit
Ob Blättermatsch, Nebel oder glatte Straßen: Im Herbst ändern sich mit der Witterung auch die Fahrbahnbedingungen. Autofahrer sollten daher einige Punkte beachten.
das Wichtigste zuerst
- Saisonwechsel: Mit sinkenden Temperaturen ändern sich die Straßenverhältnisse im Herbst oft schlagartig. Das bringt besondere Risiken mit sich.
- 1. Laub auf dem Fahrzeug: Nasses Pflanzenmaterial verstopft die Wasserabläufe und führt zu Feuchtigkeitsschäden im Innenraum.
- 2. Laub auf der Fahrbahn: Feuchtes Blätterwerk verwandelt die Straße in eine rutschige Fläche und verlängert den Bremsweg drastisch.
- 3. Blendung durch die Sonne: Tiefstehende Herbstsonne führt zu extremer Sichtbeeinträchtigung und erhöht das Unfallrisiko.
- 4. Herbstnebel: Plötzlich auftretende Nebelbänke schränken die Sichtweite schlagartig auf wenige Meter ein.
- 5. Aquaplaning: Ausgeprägte Regenfälle sorgen für stehendes Wasser auf den Straßen, wodurch die Reifen die Haftung verlieren.
- 6. Falsche Bereifung: Sinken die Temperaturen, bieten Sommerreifen auf glatten Straßen nicht mehr ausreichend Grip.
- 7. Wildwechsel: Durch die Zeitumstellung fällt der Berufsverkehr genau mit den Hauptaktivitätszeiten der Wildtiere zusammen.
- 8. Beschlagene Scheiben: Feuchtigkeit im Fahrzeuginneren führt zu vernebelten Fenstern und nimmt dem Fahrer die geforderte Rundumsicht.
- 9. Sturmböen: Starke Herbststürme können Fahrzeuge unvorhergesehen aus der Spur drücken und Äste auf die Fahrbahn schleudern.
- 10. Fehlerhafte Bußgeldbescheide: Hier gilt für das gesamte Jahr: Vorwürfe niemals einfach hinnehmen und am besten über Geblitzt.de prüfen lassen.

© Greens and Blues / shutterstock.com (Symbolbild)
Der Autofahrer-Herbst: Übergangszeit mit Risiken
Während der Sommermonate sind die Bedingungen fürs Autofahren oft ideal. Bester Grip auf der Straße, keine rutschigen oder glatten Fahrbahnen, man kann meist einfach losfahren. Im Herbst wendet sich jedoch das Blatt – im wahrsten Sinne des Wortes. Sobald nasses Laub, morgendlicher Nebel, Starkregen oder plötzlicher Wildwechsel die Qualität der Straßen bestimmen, ist wieder erhöhte Wachsamkeit gefragt, denn die Verhältnisse ändern sich oft drastisch.
Mit den richtigen Infos, der passenden Ausrüstung und einer behutsamen Fahrweise lässt sich das Risikopotenzial jedoch deutlich minimieren. Daher im Folgenden zehn Tipps, wie man die Gefahren beim Autofahren im Herbst minimiert.
1. Laub auf der Haube
Buntes Herbstlaub ist ein echter Hingucker. Doch das Farbenspiel der Bäume birgt auch Gefahren, sobald die Blätter den Boden oder eine Windschutzscheibe berühren. Ansammlungen von Pflanzenmaterial können beispielsweise dazu führen, dass der Ablauf verstopft wird und Regenwasser in den Innenraum des Fahrzeugs gelangt. Daher ist es ratsam, das Laub regelmäßig mit einem Staubsauger oder Handfeger zu entfernen.
2. Laub auf der Fahrbahn
Ist die Fahrbahn von einem Matsch aus Blättern und Stielen bedeckt, kann eine Bremsung schnell zur gefährlichen Rutschpartie werden. Feuchte Blätter auf der Fahrbahn verringern den Grip eines Kfz dramatisch. Um in Kurven oder beim Anhalten nicht die Kontrolle zu verlieren, sollten Autofahrer daher vorausschauend agieren und ihre Geschwindigkeit drosseln, den Sicherheitsabstand ausbauen und Lenk- sowie Bremsmanöver besonders sanft ausführen.
3. Blendung durch die Sonne
Die herbstliche Übergangszeit bringt für Autofahrer eine oft unterschätzte Tücke mit sich: Wenn die Sonne morgens oder am späten Nachmittag extrem tief steht, kann sie Autofahrer während der Fahrt blenden. Dies führt nicht selten zu Unfällen. Die beste Prävention sind hier saubere Scheiben mit einsatzbereiten Wischern sowie der gezielte Einsatz einer (schicken) Sonnenbrille.
4. Herbstnebel
Im Herbst tritt Nebel vor allem in den kühlen Morgen- und Abendstunden auf und lässt die Sicht oft schlagartig bis auf wenige Meter schrumpfen. Für Autofahrer gilt dann: Abblendlicht statt Lichtautomatik nutzen, das Fernlicht ausschalten und Nebelscheinwerfer aktivieren. Zudem warnen Experten vor leichtsinnigen Fahrmanövern: „Überholen ist bei Nebel grundsätzlich keine gute Idee. Wer die Gegenfahrbahn nicht klar sieht, kann mit einem Überholversuch sein Leben und das seiner Mitmenschen gefährden“, so die Geblitzt.de-Partneranwältin Melanie Leier.
5. Aquaplaning
Kommt es zu mehr Niederschlag, steigt die Gefahr mit schlechten Bedingungen wie Aquaplaning kämpfen zu müssen. Besonders nasse Fahrbahnen und gefüllte Spurrillen führen im Herbst dazu, dass Reifen rasch den Kontakt zur Straße verlieren. Um vorzubeugen, sollten Autofahrer das Tempo bei Gischt oder stehendem Wasser frühzeitig drosseln sowie auf ausreichende Profiltiefe achten. Gerät das Fahrzeug dennoch ins Schwimmen, rät der ADAC dazu, sofort die Kupplung zu treten, den Fuß vom Gas zu nehmen und das Lenkrad möglichst gerade zu halten.
6. Falsche Bereifung
Wer kennt sie nicht, die Winterreifen-Faustformel „von Oktober bis Ostern”? Dabei handelt es sich jedoch nur um eine grobe Orientierung. In Deutschland gibt es lediglich eine situative Winterreifenpflicht, einen vorgegebenen, verbindlichen Zeitraum gibt es nicht. Ausschlaggebend für den Wechsel sind vielmehr die tatsächlichen Wetterverhältnisse und sinkende Temperaturen auf den Straßen. Zudem sollte beachtet werden, dass die Pneus das seit 2024 verpflichtende Alpine-Symbol mit Berg und Schneeflocke aufweisen müssen.
7. Wildwechsel
Mit der Zeitumstellung im Herbst steigt die Gefahr von Wildunfällen schlagartig an, da der abendliche Berufsverkehr wieder genau in die Aktivitätsphasen von Rehen und Wildschweinen fällt. Auf Landstraßen durch Wald- und Feldgebiete ist deshalb besondere Vorsicht geboten: Autofahrer sollten die Geschwindigkeit drosseln, Warnschilder ernst nehmen und den Straßenrand mit im Blick haben. Taucht ein Tier im Scheinwerferlicht auf, rät der ADAC, sofort abzublenden, kontrolliert zu bremsen und zu hupen, anstatt riskante Ausweichmanöver zu wagen.
8. Beschlagene Scheiben
Wer im Herbst mit beschlagenen Scheiben losfährt, riskiert wegen der eingeschränkten Sicht nicht nur Unfälle, sondern verstößt auch gegen die Regeln der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO). Laut Paragraf 23 sind Fahrer gesetzlich dazu verpflichtet, bereits vor Fahrtantritt für eine uneingeschränkte Sicht nach allen Seiten zu sorgen. Gegen die Feuchtigkeit im Innenraum helfen ein auf die Frontscheibe gerichtetes Gebläse und eine aktivierte Klimaanlage. Tritt das Problem dauerhaft auf, sollten die Dichtungen, die Abläufe und der Innenraumfilter kontrolliert werden.
9. Sturmböen
Herbststürme verlangen Autofahrern hohe Aufmerksamkeit ab, da plötzliche Böen das Fahrzeug schnell aus der Spur werfen können. Um sich im Falle einer solchen Wetterlage wirksam zu schützen, sollten waldreiche Strecken präventiv gemieden, das Tempo deutlich gedrosselt und der Sicherheitsabstand vergrößert werden. Zudem rät der ADAC, Überholmanöver von hohen Fahrzeugen oder Radfahrern bei starkem Wind zu unterlassen und das Auto ab Windstärke 10 sicherheitshalber komplett stehenzulassen.
10. Bußgeldbescheide und wie man darauf reagiert
Bei der letzten Gefahr handelt es sich streng genommen um ein Risiko, das Autofahrer nicht nur im Herbst treffen kann. Dennoch eine gute Gelegenheit, noch einmal darauf hinzuweisen: Bußgeldvorwürfe für Verkehrsverstöße sollte man niemals ungeprüft hinnehmen. Zu oft kommt es zu Fehlern der Behörden, sei es durch fehlerhafte Messungen, veraltete Geräte oder formale Unstimmigkeiten im Bescheid. Autofahrern ist daher eine professionelle Überprüfung der Vorwürfe anzuraten, am besten über Geblitzt.de.
Quellen
Zusammengestellt von der Redaktion Geblitzt.de.
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