Spritpreis von 3 Euro: Tankstellenverband rechnet mit neuem Höchststand

15.09.2026 - 5 min Lesezeit

Die Preisexplosion an der Zapfsäule geht unvermindert weiter. Nach einem neuen Negativrekord am Wochenende erwarten die Tankstellenbetreiber eine weitere Verteuerung von Benzin, Diesel und Co.

das Wichtigste zuerst
  • Weiterhin Rekordpreise an den Zapfsäulen: Der anhaltende Krieg am Golf treibt die Kraftstoffpreise auf neue Allzeithöhen von etwa 2,30 Euro für Super E10 und 2,40 Euro für Diesel.
  • Hoher Ölpreis als Hauptursache: Die Sorge vor Lieferausfällen an der Straße von Hormus hat den Preis für Brent-Öl auf ein Jahreshoch von 107 Dollar pro Fass steigen lassen.
  • Warnung vor Drei-Euro-Marke: Der Tankstellenverband TIV schließt weitere Steigerungen auf bis zu drei Euro pro Liter nicht aus. An Autobahntankstellen ist diese Grenze bereits überschritten.
  • Gezieltes Timing vor 12 Uhr: Aufgrund der gesetzlichen 12-Uhr-Regel steigen die Preise nur einmal täglich um Punkt Mittag an, weshalb der späte Vormittag das günstigste Tankfenster bietet.
  • Autobahnen beim Tanken meiden: Das Ausweichen auf Tankstellen außerhalb der Autobahn spart laut ADAC im Schnitt 33 Cent und in einzelnen Bundesländern bis zu 43 Cent pro Liter.
Tanken so teuer wie nie zuvor

© Bartolomiej Pietrzyk/ shutterstock.com (Symbolbild)

Allzeithoch an den Zapfsäulen: Krieg am Golf treibt Öl- und Kraftstoffpreise

Eigentlich wollte US-Präsident Donald Trump seinen Kriegseinsatz gegen den Iran laut eigener Aussage binnen vier bis fünf Wochen beenden. Mehr als sechs Monate später ist jedoch klar, dass die Gefechte an der Straße von Hormus andauern. Dies wirkt sich fatal auf den Ölpreis und damit auch auf die Preise für Kraftstoffe aus.

Autofahrer müssen laut dem ADAC aktuell rund 2,30 Euro für einen Liter Super E10 auf den Tankstellentresen legen, beim Diesel sind es glatt sogar 2,40 Euro. Damit haben die aktuellen Spritpreise ihr letztes Allzeithoch vom März 2022 übertroffen.

Jahreshöchstwert für Brent-Öl: Nordseesorte klettert auf 107 Dollar

Manuel Frondel, Energieexperte des RWI-Leibniz-Instituts und Kolumnist der Rheinischen Post, blickt mit Sorge auf die Auswirkungen des Krieges im Nahen Osten: „Der zentrale Preistreiber ist derzeit der Rohölpreis. Die erneute Eskalation zwischen den USA und Iran und die zusätzlichen Spannungen am Wochenende haben die Sorge vor Lieferausfällen und Störungen wichtiger Transportrouten nochmals verstärkt.“

Das treibe die Risikoprämie am Ölmarkt und schlage direkt auf die Kraftstoffpreise durch. Mit 107 Dollar pro Fass (159 Liter) erreichte die Nordseesorte Brent am Anfang der Woche einen neuen Jahreshöchstwert.

Tankstellenverband: „Spritpreis von drei Euro möglich“

Mit einer Entspannung der Kraftstoffpreise ist daher aktuell nicht zu rechnen. Eher das Gegenteil ist der Fall. Nach Einschätzung von Herbert Rabl sei „bald sogar ein Spritpreis von drei Euro möglich“. Der Sprecher des Tankstellenverbands TIV bezeichnet das Vorgehen der Mineralölkonzerne als „eine Unverschämtheit“.

Auch die Tankstellenbetreiber selbst gehören ihm zufolge zu den Leidtragenden der Preisexplosion, wie er der Rheinischen Post mitteilt. Auf den Autobahnen seien Preise über drei Euro schon heute bittere Realität für die Kunden.

Zugleich weist Rabl auf den hohen Abgabenanteil an den Zapfsäulen hin: Etwa die Hälfte des Spritpreises besteht aus Steuern. Eine spürbare Entlastung sei daher über eine reduzierte Mehrwertsteuer möglich. Als Vorbild nannte er die Schweiz, wo Sprit und Mobilität ähnlich niedrig besteuert werden wie Nahrungsmittel des täglichen Bedarfs.

Was Autofahrer jetzt tun können

Um den hohen Spritpreisen dennoch zu entkommen, empfiehlt der ADAC eine einfache Sparstrategie: Autofahrer sollten gezielt kurz vor 12 Uhr mittags tanken. Grund dafür ist die weiterhin geltende 12-Uhr-Regel, nach der die Preise für Kraftstoffe nur einmal täglich um Punkt Mittag angehoben werden dürfen. Ab 12:01 Uhr greift dann die Preisobergrenze für den Rest des Tages.

Neben der Uhrzeit hat auch der Ort des Tankstopps Einfluss auf die Höhe der Rechnung. Um den Preisen von über drei Euro an den Autobahntankstellen zu entgehen, lohnt es sich, auf Tankstellen außerhalb der Autobahnen auszuweichen. Dort kosten Kraftstoffe laut einer ADAC-Erhebung durchschnittlich 33 Cent pro Liter weniger. In einzelnen Bundesländern können demnach sogar bis zu 43 Cent je Liter gespart werden.

Quellen

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