Neue Regionalklassen 2027: Hier ist die Kfz-Versicherung besonders teuer

14.09.2026 - 5 min Lesezeit

Die Höhe der Beiträge zur Kfz-Versicherung hängt maßgeblich von der Regionalklasse ab. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat diese nun für das Jahr 2027 neu berechnet.

das Wichtigste zuerst
  • Neue Regionalklassen 2027: Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat die Regionalklassen für alle 413 Zulassungsbezirke neu berechnet. Sie entscheiden unter anderem darüber, wie hoch die Beiträge für eine Kfz-Haftpflichtversicherung ausfallen.
  • Berechnungsgrundlage: Der GDV berechnet die Klassen einmal im Jahr neu auf Basis der Schadenbilanz der letzten Jahre. Je mehr Unfälle oder Unwetterschäden reguliert wurden, desto höher fällt die Einstufung aus.
  • Teuerste Zulassungsbezirke: Die Stadt Offenbach weist erneut die teuerste Schadenbilanz in der Haftpflicht auf, gefolgt von Gelsenkirchen und Berlin. Alle drei Zulassungsbezirke fallen somit in die höchste Klasse 12.
  • Günstigster Zulassungsbezirk: Das bundesweit geringste Unfallrisiko verzeichnet der Landkreis Elbe-Elster, wo die Schadenskosten rund 33 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt liegen.
  • Rhein-Main-Gebiet: Neben Offenbach gehört auch Wiesbaden zu den fünf teuersten Bezirken für eine Kfz-Haftpflicht.
  • Großstädte-Vergleich: Stadtverkehr erhöht zwar generell das Unfallrisiko, große Städtenamen gehen nicht automatisch mit schlechteren Einstufungen einher. So sind Millionenstädte wie Hamburg und München mit Klasse 10 besser eingestuft als Offenbach.
  • Sicherer Autofahren im Freistaat: Bayern stellt mit 97 Zulassungsbezirken die meisten im Bundesgebiet und verzeichnet eine überwiegend positive Schadensbilanz.

Wie der Wohnort des Halters den Preis der Kfz-Versicherung bestimmt

Wo ein Kraftfahrzeug angemeldet und für den Straßenverkehr zugelassen ist, wirkt sich direkt auf den Preis der Kfz-Versicherung aus. Grundlage für diese Berechnung ist die sogenannte Regionalklasse. Sie spiegelt die statistische Wahrscheinlichkeit wider, wie häufig und wie teuer es in einem Zulassungsbezirk zu Unfällen und Schäden kommt.

Weil sich diese Zahlen stetig verändern, berechnet der GDV die Klassen einmal im Jahr neu. Ausschlaggebend dafür ist die Schadenbilanz der letzten Jahre: Je mehr Unfälle oder Unwetterschäden in einer Region reguliert werden mussten, desto höher fällt die Einstufung aus. Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch: Kracht es in einem Bezirk seltener, sinkt die Regionalklasse.

Neue Regionalklassen: Hier werden Kfz-Versicherungen 2026 teurer

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Haftpflicht, Teil- und Vollkasko: Die Unterschiede bei den Regionalklassen

Ein Pkw muss am Hauptwohnsitz des Halters angemeldet werden. Dieser Wohnort gehört zu einem der 413 Landkreise oder kreisfreien Städte, die in Deutschland als Zulassungsbezirke gelten. Da sich das Risiko für Unfälle und Schäden regional stark unterscheidet, hat dieser Standort – neben dem konkreten Automodell – Einfluss auf die Prämie der Kfz-Versicherung. In der Kfz-Haftpflicht gibt es insgesamt zwölf Regionalklassen.

Die Einstufung richtet sich nach den regulierten Schadenskosten der Unfallgegner. Da die gesetzliche Haftpflichtversicherung jedoch nur fremde Sach- und Gesundheitsschäden abdeckt, fließen auch nur diese Zahlen in die Statistik ein.

Anders ist es bei den Kaskoversicherungen. In der Vollkaskoversicherung mit ihren neun Stufen sind die Kosten für selbst verursachte Unfälle am eigenen Fahrzeug enthalten. Die Teilkaskoversicherung deckt Risiken wie Diebstahl, Glasbruch, Brand, Wildunfälle oder Sturmschäden ab und unterscheidet 16 Klassen.

In Offenbach, Berlin und Gelsenkirchen zahlen Autofahrer am meisten

Schaut man auf die aktuellen Zahlen für 2027, sticht vor allem ein Ortskürzel hervor: Die Kennung „OF“ für Offenbach am Main steht erneut an der Spitze der Risikostatistik der deutschen Kfz-Versicherer. Laut dem GDV liegen die Schäden in der Haftpflicht dort um knapp 40 Prozent über dem bundesweiten Durchschnitt. Die Plätze zwei und drei belegen Gelsenkirchen und Berlin mit je rund 36 und 22 Prozent.

Das bundesweit geringste Unfallrisiko weisen hingegen Pkw aus dem Landkreis Elbe-Elster auf. Dort liegen die Schäden rund 33 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt.

Auch Wiesbaden gehört zu den Negativ-Spitzenreitern

Für Offenbach am Main gilt mit Regionalklasse 12 weiterhin die höchste Einstufung in der Kfz-Haftpflicht. Die Statistik dient den Kfz-Versicherern zwar nur als unverbindliche Orientierung, fließt aber faktisch in fast alle Tarife ein. GDV-Chef Jörg Asmussen fasst die neuen Zahlen für 2027 wie folgt zusammen: „Für 5,2 Millionen Autofahrende aus 63 Zulassungsbezirken verbessert sich die Regionalklasse, für 4,8 Millionen aus 46 Bezirken steigt sie.“

Für 32 Millionen Versicherte in 304 Zulassungsbezirken bleibt die Regionalklasse hingegen gleich. Neben Offenbach ragt im Rhein-Main-Gebiet auch Wiesbaden heraus, das bundesweit die fünftschlechteste Schadenbilanz aufweist. Als mögliche Ursachen für das hohe Schadenniveau gelten der dichte Stadtverkehr und enge Fahrbahnen.

Positive Bilanz im Freistaat Bayern

Die GDV-Zahlen zeigen auch: Das Schadensrisiko ist in Städten generell höher als auf dem Land. Die reine Einwohnerzahl ist jedoch nicht ausschlaggebend für die konkrete Einstufung. Zwar teilen sich Berlin und Offenbach die schlechteste Klasse 12, Hamburg und München landen jedoch zwei Stufen darunter in Klasse 10. Offenbach, das kleiner ist, weist somit eine schlechtere Bilanz auf als die beiden Großstädte.

Mit 97 Zulassungsbezirken hat Bayern übrigens die meisten im gesamten Bundesgebiet. Die Bilanz fällt dort positiv aus. Während sich die Einstufung für 1,5 Millionen bayerische Fahrzeughalter verbessert, verschlechtert sie sich nur für etwa 350.000 Menschen.

Quellen

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