das Wichtigste zuerst
- Das Auto als Brandursache: Brennt ein Carport oder eine Garage ab, geht das Feuer mit hoher Wahrscheinlichkeit direkt vom dort abgestellten Fahrzeug aus.
- Kurzschluss im Stillstand: Durch technische Defekte, Materialermüdung oder Folgeschäden von Marderbissen kann es in der Elektronik zu einem Kurzschluss kommen, durch den sich das Auto selbst entzündet.
- Schlechter Ruf von E-Autos: Versicherer und Feuerwehr sehen kein erhöhtes Brandrisiko bei E-Autos. Der Eindruck einer Brandwelle entsteht nur, weil Medien über jeden Einzelfall intensiv berichten.
- E-Autos brennen seltener: Da Elektrofahrzeuge im Schnitt deutlich neuer sind als Verbrenner, treten alterungsbedingte Kurzschlüsse bei ihnen statistisch gesehen viel seltener auf.
- Gefahr durch andere Quellen: Oft sind auch externe Auslöser wie Heckenbrände, heiße Grillkohle oder Fehler beim Laden kleinerer Akku-Geräte für das Feuer verantwortlich.
- Prävention: Das Risiko lässt sich drastisch senken, wenn typische Fehler wie das unvorsichtige Entsorgen von Asche oder das unbeaufsichtigte Laden über Nacht konsequent vermieden werden.

© Lorenzo Dottorini / shutterstock.com (Symbolbild)
Brandschutzexperte erläutert Zündquellen
Wer vor einem abgebrannten Carport steht, in dem nur ein einziges Auto geparkt war, muss nicht lange nach der Ursache suchen: Das Feuer ging mit hoher Wahrscheinlichkeit vom Fahrzeug aus. Wie genau ein Auto ganz von alleine zur Brandfalle werden kann, weiß Andy Dorroch. Der Mann ist bei der Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes Experte für Brand- und Explosionsursachen.
„Naja, also wir haben natürlich viel Elektronik, Elektrik, aber natürlich auch Verbrennermotoren, die in unterschiedlichster Art natürlich Zündquellen darstellen“, erklärt Dorroch. Dem Brandschutzexperten zufolge könne sich das Auto nach dem Abstellen durch einen Kurzschluss in der Fahrzeugelektrik durchaus auch selbst entzünden.
Materialermüdung und Marderbisse
Ein solcher Kurzschluss kann beispielsweise durch Marderbisse oder überhitzte Bauteile entstehen. Das ist bei E-Autos theoretisch genauso möglich wie bei Verbrennern, allerdings brennen Elektrofahrzeuge laut Dorroch deutlich seltener.
Das liege auch am geringeren Alter der E-Autos. „Das heißt, die Alterserscheinungen, die eher mal zu einem Kurzschluss oder zu einer Materialermüdung führen, findet man natürlich eher bei einem älteren Fahrzeug.“
GDV und Feuerwehrverband: Keine Belege für höheres Brandrisiko bei E-Autos
Auch der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) befasst sich mit Fahrzeugbränden und deren Ursachen. Auf Nachfrage von mdr.de erklärte ein Sprecher, dass die hauseigene Statistik Brände zwar nicht nach Antriebsart aufschlüsselt, es jedoch keine Hinweise auf ein höheres Brandrisiko bei E-Autos im Vergleich zu Verbrennern gebe.
Entgegen der allgemeinen Wahrnehmung sind abgestellte Autos seltener der Auslöser für brennende Garagen oder Carports, als viele vermuten. Gunnar Ullmann, Präsident des Landesfeuerwehrverbands Sachsen, teilt hierzu die Einschätzung der Versicherer und verweist auf den verzerrenden Einfluss der medialen Debatte:
„Ein Auto brennt nicht von alleine einfach mal schnell an, sondern das kann durch einen technischen Defekt sein. Und das ist nicht der Regelfall, wie das vielleicht auch immer so in den Medien steht.“ Weil über jeden Einzelfall wiederholt berichtet werde, entstehe fälschlicherweise der Eindruck einer enormen Brandwelle, obwohl dies gar nicht der Fall sei.
Was Fahrzeug und Parkplatz wirklich in Brand steckt
Das Risiko geht stattdessen meist von anderen Quellen aus: etwa von einem Heckenbrand, der auf die Überdachung übergreift, oder von heißer Grillkohle in der Mülltonne. Auch Fehler im Ladesystem oder beschädigte Batterien bergen Gefahren, was neben E-Autos vor allem für E-Bikes, Rasenmäher und Akkuschrauber gilt. Fachleute raten daher dazu, diese akkubetriebenen Geräte beim Laden nicht unbeaufsichtigt zu lassen und eine feuerfeste Unterlage zu nutzen.
So schützt man Carport und Garage vor Bränden
Effektiver Brandschutz rund um das Auto und seinen Abstellplatz beginnt im Kopf. Wer bestimmte Risiken im Umgang mit Akkus, Asche und Müll im Alltag bewusst vermeidet, schützt sich und sein Eigentum:
• Sicher laden: Auch wenn viele es trotzdem tun: E-Bikes, Rasenmäher oder Akkuschrauber nicht nachts unbeaufsichtigt in der Garage laden. Eine saubere, nicht brennbare Unterlage ist empfehlenswert.
• Abstand halten: Brennbare Materialien, gelagerte Reifen, Lösungsmittel oder Benzinbehälter sollten niemals direkt neben den Ladestationen oder Elektrogeräten stehen.
• Marder-Check: Bei älteren Fahrzeugen (egal ob Verbrenner oder E-Auto) regelmäßig einen Blick in den Motorraum werfen oder auf Fehlermeldungen der Elektronik achten, um Marderschäden frühzeitig zu erkennen.
• Rauchmelder installieren: Vernetzte Funk-Rauchmelder in der Garage oder unter dem Carport schlagen frühzeitig im Wohnhaus Alarm, bevor sich ein Entstehungsbrand unbemerkt ausbreiten kann.
• Abkühlen lassen: Heiße Grillkohle oder Kaminasche niemals direkt in die Mülltonne schütten. Selbst nach Stunden kann im Inneren noch Glut aktiv sein. Am besten in einem feuerfesten Metalleimer zwischenlagern.
Quellen
MDR: Warum geparkte Autos immer mal wieder in Brand geraten
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