Förderportal ist online: So viel staatliche Unterstützung erhalten E-Auto-Käufer

20.05.2026 - 5 min Lesezeit
das Wichtigste zuerst

Förderportal gestartet: Das digitale Antragsportal des BAFA für die neue E-Auto-Förderung ist ab sofort freigeschaltet.
Maximale Fördersumme: Der Staat bezuschusst den Kauf eines neuen Elektroautos mit maximal 6.000 Euro, wobei die genaue Summe gestaffelt nach Einkommen, Familiengröße und Fahrzeugtyp berechnet wird.
Budget und Laufzeit: Das Gesamtbudget beträgt drei Milliarden Euro und soll bis zum Jahr 2029 für die Förderung von schätzungsweise 800.000 Neufahrzeugen ausreichen.
Rückwirkende Förderung: Die Prämie greift auch rückwirkend für Fahrzeuge, die ab dem 1. Januar 2026 neu zugelassen wurden.
Voraussetzungen für den Online-Antrag: Für die Beantragung wird ein zentrales BundID-Konto benötigt. Eine analoge Antragstellung per Post ist nicht möglich.
Einkommensgrenzen: Haushalte ohne Kinder erhalten den Zuschuss bis zu einem zu versteuernden Jahreseinkommen von maximal 80.000 Euro, mit Kindern liegt die Grenze bei bis zu 90.000 Euro.
Geförderte Fahrzeugtypen: Der Bonus gilt ausschließlich für Neuwagen mit Elektro-, Brennstoffzellen- oder Plug-in-Hybrid-Antrieb, Gebrauchtwagen sind von der Förderung ausgeschlossen.
Steigende Nachfrage: Die Zulassungsdaten von Dataforce zeigen bereits einen starken Aufschwung im Privatmarkt, wo der Anteil der Elektroauto-Käufer im April um 85 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat gestiegen ist.

Förderportal ist online: So viel staatliche Unterstützung erhalten E-Auto-Käufer

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/ shutterstock.com (Symbolbild)

Förderportal für E-Auto-Prämie gestartet

Die Bundesregierung hat den Startschuss für die neue E‑Auto‑Förderung gegeben. Laut Bundesumweltministerium steht das digitale Portal für die Antragstellung ab sofort bereit. Für den Kauf eines Elektrofahrzeugs können bis zu 6.000 Euro staatliche Unterstützung beantragt werden.
Das Gesamtbudget beträgt drei Milliarden Euro. Bis zum Jahr 2029 soll diese Summe für die Förderung von schätzungsweise 800.000 Neufahrzeugen ausreichen. Zuständig für die Abwicklung ist das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).

Rückwirkend ab Januar: So läuft die digitale Beantragung

Der Stromer-Zuschuss greift auch rückwirkend für Neuzulassungen ab dem 1. Januar 2026. Für den Antrag wird eine BundID benötigt. Das ist ein zentrales Online-Konto, mit dem man sich digital bei Behörden ausweist – beispielsweise über den Personalausweis oder ein ELSTER-Zertifikat. Außerdem sind die zwei neuesten Steuerbescheide und eventuell eine aktuelle Steuerbescheinigung einzureichen. Eine analoge Antragstellung ist nicht vorgesehen.

Knapp 2.000 Anträge in der BAFA-Pipeline

„Ab jetzt können die Zuschüsse fließen, und zwar gestaffelt nach Einkommen, Familiengröße und Fahrzeug“, kündigte Bundesumweltminister Carsten Schneider auf einer Pressekonferenz in Berlin anlässlich der Freischaltung des Förderportals an. Die Förderung sei auch vor dem Hintergrund des Nahostkrieges wichtiger denn je. „Elektromobilität ist unsere Chance, unabhängig zu werden von teurem Diesel und Benzin.“

Schneider betonte zudem, dass die Reichweiten der E-Autos stiegen, das Ladenetz wachse und die Hersteller vermehrt Kleinwagen anböten. Vom Förderprogramm erhofft er sich einen Schub, um die Elektromobilität in der breiten Bevölkerung zu verankern.

Wie BAFA-Präsidentin Mandy Pastohr mitteilte, verzeichnet das Förderportal direkt einen spürbaren Ansturm. Am Ende der Pressekonferenz zum Start des Programms sagte sie: „Wir haben schon 1.858 Anträge.“

Diese Fahrzeuge werden bezuschusst

Vom Förderprogramm ausgeschlossen sind Gebrauchtwagen. Die Prämie ist reserviert für neue Modelle mit reinem Elektro- oder Brennstoffzellenantrieb sowie für Plug-in-Hybride und Fahrzeuge mit Range-Extender. Bei diesen steigert ein Verbrennungsmotor die Reichweite des Elektromotors. Letztere erhalten die Hilfe jedoch nur unter bestimmten Vorgaben. Sie dürfen höchstens 60 Gramm CO₂ je Kilometer emittieren oder müssen eine elektrische Reichweite von mindestens 80 Kilometern nachweisen.

Wer die Förderung erhält und wie viel gezahlt wird

Wer privat ein Fahrzeug kauft, erhält den Zuschuss gekoppelt an das zu versteuernde Einkommen des Haushalts. Dieses darf ohne Kinder höchstens 80.000 Euro im Jahr betragen, wobei sich das Limit pro minderjährigem Kind um jeweils 5.000 Euro auf bis zu 90.000 Euro bei zwei Kindern erhöht.

Die Spanne der Finanzhilfe liegt für reine Stromer und Brennstoffzellenfahrzeuge zwischen 3.000 und 6.000 Euro, für Plug-in-Hybride und Range-Extender wiederum zwischen 1.500 und 4.500 Euro. Haushalte mit niedrigerem Einkommen oder Kindern profitieren zudem von Extra-Zuschlägen.

Diese Unterlagen sind erforderlich

Für eine erfolgreiche Bewilligung müssen die notwendigen Dokumente vollständig eingereicht werden. Kernstück des Antrags sind die beiden aktuellsten Einkommensteuerbescheide aller im Haushalt lebenden Personen. Diese dürfen nicht älter als drei Jahre sein. Zusätzlich verlangt die Behörde folgende Unterlagen:

Kauf- oder Leasingvertrag: Der Nachweis über die Anschaffung des Neuwagens.
Fahrzeugschein: Der Nachweis über die rechtmäßige Anmeldung des Fahrzeugs.
Nachweise zum Kindergeld: Entsprechende Bescheinigungen, falls minderjährige Kinder im Haushalt berücksichtigt werden.
Zusätzliche Fahrzeugunterlagen: Eventuell notwendige Nachweise, die speziell für Plug-in-Hybrid-Modelle verlangt werden.

Das E-Auto boomt: 85 Prozent mehr Zulassungen

Die E-Auto-Verkaufszahlen verzeichnen im privaten Bereich einen deutlichen Aufschwung. Laut Marktbeobachter Dataforce ist der Anteil der Elektroauto-Privatkäufer im April um 85 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat gestiegen. Von den knapp 65.000 neu zugelassenen Elektroautos in Deutschland entfällt fast ein Drittel – exakt 32,7 Prozent – auf Privatwagen. Damit liegt der Privatmarkt bei den Neuzulassungen sogar noch vor den gewerblichen Flottenkäufen, die einen Anteil von 31,5 Prozent ausmachen. Ein Grund für diesen plötzlichen Anstieg dürfte auch in der Möglichkeit zur rückwirkenden Antragstellung liegen.

Quellen

Zeit.de: Portal für neue E-Auto-Förderung ist freigeschaltet

Autobild.de: Privater Elektroauto-Neuwagenmarkt zieht gerade gewaltig an

T-online.de: So viel Geld gibt Ihnen der Staat zum E-Auto dazu

BAFA: E-Auto-Förderung 2026

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