Mit dem i-Kfz-Portal sollten Halter ihr Fahrzeug bequem von zu Hause an- oder abmelden können. Der Erfahrungsbericht eines Hörers der Radiosendung „MDR AKTUELL“ zeigt jedoch, dass die internetbasierte Zulassung noch nicht flächendeckend funktioniert.
das Wichtigste zuerst
- Bestandsaufnahme Online-Zulassung: Das i-Kfz-Portal soll Behördengänge überflüssig machen, scheitert aber im Alltag vieler Kommunen noch an Personalmangel und IT-Hürden.
- Bisherige Abdeckung: In 15 Landkreisen fehlt der Online-Dienst noch komplett, da die hohen KBA-Sicherheitsauflagen dort auf personelle Engpässe treffen.
- Hürden im Landkreis Anhalt-Bitterfeld: Wegen unzureichender Datensicherheit und ausstehender IT-Umstellung ist die Online-Zulassung dort noch nicht verfügbar.
- Software-Flickenteppich: Fehlende bundesweite IT-Standards und mangelhafte Schnittstellen verhindern einheitliche Abläufe in der deutschen Verwaltung.
- Manuelle Nacharbeit und IT-Support: Im schlimmsten Fall müssen digitale Anträge ausgedruckt und händisch übertragen werden, während das Personal neben der eigentlichen Zulassung auch noch den IT-Support leisten muss.

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Digitale Fahrzeugzulassung: Warum i-Kfz noch nicht überall funktioniert
Das Versprechen hinter dem i-Kfz-Portal klang simpel: Schluss mit nervenaufreibenden Behördengängen, ausgebuchten Terminen und langen Wartezeiten beim Amt. Die Zulassung des eigenen Kraftfahrzeugs sollte sich stattdessen bequem und in wenigen Klicks über den Internetbrowser erledigen lassen.
Doch der Versuch, das deutsche Zulassungswesen im „Deutschlandtempo“ zu digitalisieren, stößt in einigen Kommunen noch an praktische Grenzen. Wie der Fall des „MDR-AKTUELL“-Hörers Thomas R. aus dem Landkreis Anhalt-Bitterfeld exemplarisch zeigt, scheitert der Online-Dienst dort vor allem an einer akuten Personalnot und IT-Problemen.
15 Landkreise noch ohne Online-Zulassung
Nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) ist die Online-Zulassung mittlerweile fast flächendeckend in Deutschland möglich. Allerdings nur fast, denn in 15 Landkreisen fehlt das Angebot noch. Etwa die Hälfte davon befindet sich in Sachsen-Anhalt.
Markus Weiß, Leiter der Stabsstelle Digitalisierung beim Landkreistag Sachsen-Anhalt, verweist auf strukturelle Probleme: „Beispiele sind die Sicherheitsanforderungen vom Kraftfahrtbundesamt, die bei den Landkreisen erhebliche finanzielle und personelle Aufwände verursachen, die derzeit noch nicht gestemmt werden können.“
Anhalt-Bitterfeld: i-Kfz scheitert an fehlender Datensicherheit
Das Problem liegt insbesondere darin, dass sensible Daten noch nicht sicher über die bestehende IT-Struktur des Landkreises übermittelt werden können. Wegen dieser Hürde bietet auch Anhalt-Bitterfeld bisher keine Online-Zulassung an. Auf Anfrage von „MDR AKTUELL“ heißt es dazu schriftlich, man müsse die Daten erst in ein zertifiziertes Rechenzentrum verlegen und die Software wechseln.
Dennoch gibt es bereits einen konkreten Fahrplan: „Die Online-Kfz-Zulassung wird in Kürze auch im Landkreis Anhalt-Bitterfeld möglich sein. Zeitlich angestrebt ist der 01.10.2026.“
Flickenteppich erschwert flächendeckende Einführung
Ein Selbstläufer ist die flächendeckende Einführung deshalb noch lange nicht. Stabsstellenleiter Weiß verweist auf die fehlenden, einheitlichen Vorgaben: „Aktuell gibt es keine verbindlichen Regelungen, die Landkreise einhalten müssen. Und das führt dann am Ende zu einer Heterogenität in der Ausgestaltung der IT und der Softwarelandschaft.“
Diese fehlenden Standards führen dazu, dass ein Digitalisierungserfolg an einem Ort noch lange keine Blaupause für die Nachbarregion darstellt. Zudem garantiert ein gestarteter Service laut Weiß nicht, dass in der Praxis auch alles reibungslos funktioniert. Wie sehr mangelhafte Schnittstellen die Prozesse ausbremsen können, zeige sich bereits an vielen anderen Online-Portalen der Verwaltung in Deutschland.
Digitalisiert und doch braucht es einen Drucker
Im Worst-Case-Szenario kann dies dazu führen, dass eigentlich digitalisierte Teile des Antragsprozesses wieder „analogisiert“ werden, oder anders gesagt: Sie müssen ausgedruckt und händisch in ein anderes System übertragen werden.
Aus diesem Grund setzt sich Weiß für verbindliche IT-Standards und universell einsetzbare Softwarelösungen ein. Das würde auch das Personal spürbar entlasten. Schließlich müssen die Beschäftigten neben ihrer eigentlichen Arbeit in der Zulassung derzeit auch den IT-Support übernehmen.
Die Hoffnung stirbt zuletzt: Ein Berliner Trick gegen die Terminnot
Personalnot und IT-Sonderaufgaben sorgen in Anhalt-Bitterfeld derzeit noch für lange Wartezeiten. Laut dem Landratsamt sei dies jedoch nur vorübergehend. In einigen Wochen erwarte man eine Verbesserung der aktuell chaotischen Situation.
Bis die Abläufe wieder rund laufen, empfiehlt „MDR-AKTUELL“-Hörer Thomas R. eine Vorgehensweise, die Berliner nur zu gut von ihrer eigenen Chaos-Verwaltung kennen: Morgens kurz vor 8 Uhr das Terminportal prüfen, da stornierte Plätze dann neu freigeschaltet werden.
Quellen
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