Auch beim Motorrad: Führerscheinkosten so hoch wie nie zuvor

10.08.2026 - 5 min Lesezeit

Der Autoführerschein ist heute so teuer wie nie zuvor. Aber wie viel muss man eigentlich mittlerweile für die Motorradklassen hinlegen?

das Wichtigste zuerst
  • Kosten für den Motorrad-Führerschein: Der direkte Einstieg in die unbeschränkte Klasse A liegt laut Branchenverbänden im Schnitt bei rund 2.500 Euro. In einer ADAC-Beispielrechnung betragen die Kosten sogar 3.275 Euro.
  • Vier Führerscheinklassen (AM, A1, A2, A): Fahrschüler können zwischen vier Klassen wählen, wobei der Direkteinstieg in Klasse A ab 24 Jahren möglich ist oder schrittweise ab A2 aufgebaut werden kann.
  • Kosten der kleineren Klassen (A1, A2, AM): Die Einstiegspreise liegen laut Check24 für A1 bei etwa 2.300 Euro, für A2 bei 2.600 Euro und für die Moped-Klasse AM dank reduzierter Stundenzahl bei ungefähr 1.000 Euro.
  • Anmelde- und Prüfungsgebühren: Neben dem Grundbetrag der Fahrschule (250 bis 690 Euro) fallen bei A, A1 und A2 separate Entgelte für die Theorie- (80 bis 167 Euro) und Praxisprüfung (195 bis 443 Euro) an.
  • Fahrstunden inklusive Sonderfahrten: Den größten Teil der Ausgaben machen die regulären Übungsstunden sowie die zwölf Pflicht-Sonderfahrten aus, für die der ADAC insgesamt rund 2.000 Euro veranschlagt.
Auch beim Motorrad: Führerscheinkosten so hoch wie nie zuvor

© Nomad_Soul / shutterstock.com (Symbolbild)

Autoführerschein auf Rekordniveau: Wie teuer ist der Einstieg für Biker?

Dem ADAC zufolge kostet der Pkw-Führerschein mittlerweile durchschnittlich zwischen 2.500 und 4.500 Euro. Die Bundesregierung plant zwar bereits Reformen, um die Fahrausbildung wieder bezahlbarer zu machen, doch aktuell bewegen sich die Preise weiterhin auf Rekordhöhe. Aber wie sieht es eigentlich bei den Zweirädern aus? Sind die Kosten für den Motorradführerschein genauso in die Höhe geschossen wie beim klassischen „Lappen“?

AM, A1, A2 und A: Die vier Motorrad-Führerscheinklassen

Wer in Deutschland den Motorradführerschein machen möchte, hat nach Angaben des ADAC die Wahl zwischen vier Klassen: AM, A1, A2 und A. Klasse A ist die umfassendste, da sie das Fahren sämtlicher straßenzugelassener Krafträder und Dreiräder erlaubt. Voraussetzung für den direkten Einstieg ist ein Mindestalter von 24 Jahren. Fahrschüler können entweder sofort die Klasse A machen oder schrittweise vorgehen, indem sie zuerst die Klasse A2 erwerben und diese später aufstocken.

So teuer ist die Klasse A

Wer den unbeschränkten Motorradführerschein der Klasse A auf direktem Weg machen möchte, braucht dafür das nötige „Kleingeld“. Laut ADAC gehen Branchenvertretungen wie die Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände sowie der Verband Innovativer Fahrschulen hier von Durchschnittskosten in Höhe von etwa 2.500 Euro aus.

Dass dieser Wert in der Praxis häufig überschritten wird, verdeutlicht eine Kalkulation des ADAC. Der Automobilclub hat die einzelnen Posten von den Sonderfahrten bis zu den Prüfungsgebühren zusammengezählt und kommt in seinem Rechenbeispiel auf insgesamt 3.275 Euro.

A1, A2 und AM: Das kosten die „kleineren“ Klassen

Der Einstieg in die Welt der motorisierten Zweiräder muss nicht zwingend über den teuren A-Führerschein führen. Wer nicht direkt den größten aller Motorradscheine anstrebt, kommt in der Fahrschule günstiger weg. Das liegt auch an den gesetzlichen Vorgaben: Während bei den kleineren Klassen wie AM Pflichtfahrten auf Autobahnen oder Landstraßen entfallen und billigere Fahrzeuge genutzt werden, verlangen A1 und A2 ein volles Ausbildungsprogramm.

Laut Check24 starten die Kosten für die Klasse A1 (Leichtkrafträder bis 125 ccm und 15 PS) bei etwa 2.300 Euro, während für den A2-Schein (Motorräder bis 48 PS) mindestens 2.600 Euro fällig werden. Deutlich preiswerter ist die AM-Klasse für Mopeds und Roller bis 45 km/h. Hier geht es dank der stark reduzierten Stundenzahl bereits ab 1.000 Euro los.

KlasseKostenBerechtig zum Führen von ...
A2.500 - 4.000 Euro... allen Krafträdern und dreirädrigen Kraftfahrzeugen
A12.300 - 3.200 Euro... Krafträdern mit einer Leistung bis zu 35 Kilowatt
A22.600 - 3.400 Euro... Krafträdern mit einem Hubraum von höchstens 125 Kubikzentimetern
AM1.000 - 1.500 Euro... leichten zweirädrigen Kraftfahrzeugen mit einer Höchstgeschwindigkeit von 45 Kilometer pro Stunde

Theorie-Fixkosten: Anmelde- und Prüfungsgebühren

Bereits vor der ersten Fahrstunde entstehen bei der Fahrschule Fixkosten. Daher wird den Fahrschülern für die Anmeldung in den Klassen A, A1 und A2 in der Regel ein Grundbetrag in Rechnung gestellt, der Berechnungen des ADAC zufolge zwischen 250 und 690 Euro liegt und unter anderem den Theorieunterricht abdeckt.

Hinzu kommen die Gebühren der Fahrschule für den Prüfungstermin (offiziell „Entgelt für die Vorstellung zur Prüfung“) sowie die amtlichen Abnahmegebühren von TÜV oder DEKRA. Die theoretische Prüfung verursacht Kosten von 80 bis 167 Euro, die praktische schlägt mit weiteren 195 bis 443 Euro zu Buche.

Der größte Kostenpunkt: Praxisstunden inklusive Sonderfahrten

Der größte finanzielle „Brocken“ bei den Kosten für den Motorradschein sind die zu absolvierenden Fahrstunden. Laut Informationen des ADAC sind für den A-Schein meist zehn bis 20 reguläre Übungsstunden erforderlich. Für eine 45-minütige Einheit werden zwischen 60 und 110 Euro fällig. Ergänzend sind zwölf Pflicht-Sonderfahrten zu leisten, fünf auf Landstraßen, vier auf der Autobahn sowie drei bei Nacht, die jeweils 70 bis 120 Euro kosten. Allein für den Praxisunterricht kommt der Automobilclub somit auf eine Summe von rund 2.000 Euro.

Fazit

Auch die Kosten für den Einstieg ins Motorradleben sind in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Wer eine der größeren Fahrzeugklassen anstrebt, muss heute fast immer mehrere Tausend Euro einkalkulieren. Dass die Preise so angezogen haben, ist jedoch keine Überraschung. Der anhaltende Kostendruck bei Kraftstoff, Fuhrpark und Personal zwingt die Fahrschulen dazu, diese Mehrbelastung an ihre Fahrschüler weiterzureichen.

Quellen

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