das Wichtigste zuerst
- Hitze-Risiken für Autofahrer: Bei bis zu 60 °C im Auto sinkt die Konzentration drastisch, was Fahrfehler begünstigt und rechtliche Fallstricke birgt.
- Kinder und Tiere im Auto: Aufgrund rasant steigender Temperaturen im Innenraum dürfen Kinder und Tiere niemals allein im verschlossenen Fahrzeug zurückgelassen werden, da akutes Kreislaufversagen droht.
- Schutz vor dem Parken in der Hitze: Vor der Fahrt sollte die heiße Luft durch geöffnete Türen entweichen. Eine Abdeckplane (Halbgarage) kann die Innentemperatur um bis zu 10 Grad mindern.
- Gefährliche Gegenstände im Wagen: Spraydosen, Handys und Powerbanks können bei extremer Hitze explodieren oder Brände verursachen. Medikamente verlieren ihre Wirkung, und Wasserflaschen aus Plastik wirken wie ein Brennglas.
- Schuhwerk und Flüssigkeitsmangel: Lockere Schuhe wie Flip-Flops bieten keinen Halt und führen bei einem Unfall zu Problemen mit der Kaskoversicherung. Zudem mindert Dehydrierung die Konzentration, weshalb regelmäßiges Trinken Pflicht ist.
- Regeln für Tönungsfolien: Scheibentönungen sind nur an den hinteren Fenstern mit Bauartgenehmigung erlaubt. Bei Verstößen drohen das Erlöschen der Betriebserlaubnis, 90 Euro Bußgeld und ein Punkt in Flensburg.

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/ shutterstock.com (Symbolbild)
Darauf sollten Autofahrer bei Hitze verzichten
Wer bei extremen Temperaturen ins Auto steigt, unterschätzt oft die damit einhergehende körperliche Belastung. Bei Innenraumtemperaturen von bis zu 60 °C sinkt die Konzentrationsfähigkeit des Menschen drastisch, wodurch die Gefahr von Fahrfehlern rapide ansteigt. Neben den gesundheitlichen Risiken für alle Insassen lauern in der Sommerhitze jedoch auch rechtliche Fallstricke.
Melanie Leier, Anwältin für Verkehrsrecht und Partneranwältin von Geblitzt.de, erläutert, worauf Verkehrsteilnehmer jetzt achten müssen, um die Fahrsicherheit zu gewährleisten und rechtliche Konsequenzen zu vermeiden.
1) Mensch oder Tier zurücklassen
Starke Wärmeperioden belasten vor allem Personen mit Vorerkrankungen. Große Gefahren bestehen zudem für den Nachwuchs und Heimtiere, deren Organismus die eigene Körperwärme noch nicht so effizient durch Schwitzen ausgleichen kann wie der von Erwachsenen. Daher gilt als eiserne Grundregel, schutzbedürftige Insassen niemals ohne Aufsicht im Fahrzeug zurückzulassen. „Man darf Kinder und Tiere unter keinen Umständen im abgesperrten Auto alleine lassen, weil die Temperaturen dort rasant steigen und akutes Kreislaufversagen droht“, bestätigt Melanie Leier.
2) Das Auto in der Sonne parken
Wer sein Fahrzeug schutzlos der Sommerhitze aussetzt, muss beim Betreten mit einer Innenraumtemperatur von bis zu 60 Grad rechnen. Ein Stellplatz im Schatten ist in solchen Fällen extrem wertvoll. Steht der Wagen dennoch in der Hitze, sollte man vor der Abfahrt zunächst alle Autotüren aufreißen und die heiße Luft entweichen lassen, bevor die Lüftung anläuft.
Wer nicht die Möglichkeit hat, im Schatten zu parken, kann auf Sonnenschutzfolien zurückgreifen. „Die sogenannte Halbgarage − eine Abdeckplane, die sowohl das Dach als auch die Fenster des Autos bedeckt – hat sich in Tests bisher als die beste Option erwiesen. Mit ihr bleibt der Fahrzeuginnenraum rund 10 Grad kühler als ohne den Hitzeschutz“, so die Empfehlung von Rechtsanwältin Leier.
3) Hitzeempfindliche Gegenstände im Fahrzeug lassen
Bei Hitze bergen unter Druck stehende Behälter wie Deos, Haarsprays oder Desinfektionssprays ein Explosionsrisiko, da sich das enthaltene Gas mit steigender Temperatur stark ausdehnt. Laut dem Auto Club Europa (ACE) kann dies bereits ab 50 Grad Celsius der Fall sein. Auch Mobiltelefone, Powerbanks oder Tablets sind bei intensiver Sonneneinstrahlung gefährdet, da deren Akkus überhitzen und im Extremfall Brände oder Detonationen verursachen können.
Arzneimittel, Kosmetikprodukte und Säuberungsmittel wiederum verlieren durch die Wärmeeinwirkung oft ihre Funktion oder sondern gesundheitsschädliche Gase ab. Sogar mit Wasser gefüllte Plastikflaschen dürfen nicht ungeschützt in der Sonne liegen, da sie wie ein Brennglas wirken und schlimmstenfalls Feuer entfachen können.
4) Zu lockeres Schuhwerk und Dehydrierung
Lockere Schuhe wie Flip-Flops oder Schlappen garantieren am Pedal keinen festen Grip und können im Notfall verrutschen oder sich darunter verfangen. Ein direktes Verbot für Sandalen existiert zwar nicht, verursacht man aber nachweislich wegen des Schuhwerks einen Unfall, droht wegen grober Fahrlässigkeit eine Regressforderung der Kfz-Haftpflichtversicherung. Wer sicher steuern will, wählt geschlossene Schuhe.
Auch Dehydrierung am Steuer ist ein reales Risiko. Bereits ein geringer Flüssigkeitsmangel kann die Konzentration und das Reaktionsvermögen deutlich mindern. Experten raten deshalb, regelmäßig kleine Mengen Wasser zu trinken – auch auf längeren Fahrten. Bei Hitze ist eine Wasserflasche im Auto – zumindest während der Fahrt – Pflicht.
5) Bußgeld wegen Tönungsfolien
Ein weiterer Fehler im Sommer betrifft Modifikationen am Fahrzeug, die den Aufenthalt im Wagen eigentlich angenehmer machen sollen. Denn beim Thema Scheibentönung riskieren Autofahrer schnell teure Sanktionen. Melanie Leier warnt vor Nachlässigkeiten:
„Eine Tönungsfolie ist nur für die hinteren Scheiben zulässig und muss zudem über eine Bauartgenehmigung verfügen. Andernfalls erlischt die Betriebserlaubnis und im Falle einer Beeinträchtigung der Verkehrssicherheit können sogar ein Bußgeld in Höhe von 90 Euro sowie ein Punkt im Fahreignungsregister fällig werden“, warnt Anwältin Leier.
Quellen
Geblitzt.de-Pressemitteilung: Cool durch den Sommer – So schützen sich Autofahrer vor sommerlicher Hitze
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