ADAC-Urlaubswarnung: Diese fünf Blitzer-Typen lauern im EU-Ausland

25.06.2026 - 4 min Lesezeit
das Wichtigste zuerst
    • Andere Länder, andere Blitzer: Im EU-Ausland kommt Überwachungstechnik im Straßenverkehr zum Einsatz, die deutsche Autofahrer nicht kennen.
    • Section Control: Ermittelt die Durchschnittsgeschwindigkeit über einen längeren Streckenabschnitt mittels zweifacher Kennzeichenerfassung.
    • Zufahrts- und Umweltzonen-Blitzer: Kontrollieren Plaketten sowie Einfahrtsverbote digital und bestrafen jede einzelne unberechtigte Durchfahrt separat.
    • Sonderstreifen-Überwachung: Registriert unbefugtes Befahren von Bus- oder Fahrgemeinschaftsspuren und fordert beispielsweise in Spanien 260 Euro Bußgeld.
    • Multifunktionsblitzer: Erfassen verschiedene Delikte wie Handynutzung oder Gurtverstöße vollkommen unabhängig von der gefahrenen Geschwindigkeit.
    • Lärmblitzer: Messen die Fahrzeuglautstärke per Mikrofon und erfassen ab 85 Dezibel das Kennzeichen, was etwa in Frankreich mindestens 135 Euro kostet.
ADAC-Urlaubswarnung: Diese fünf Blitzer-Typen lauern im EU-Ausland

© ricochet64 / shutterstock.com (Symbolbild)

Diese „Spezialblitzer“ kosten Urlauber bares Geld

Autofahrer kennen das alte Spiel mit der Radarfalle: Erst blitzt es kurz auf und einige Zeit später findet man ein gelbes Kuvert samt Bußgeldvorwürfen im Briefkasten. Dabei kann man hierzulande vor allem wegen überhöhter Geschwindigkeit oder wegen des Überfahrens einer roten Ampel auf einem Blitzerfoto verewigt und zur Kasse gebeten werden.

Verlässt man jedoch die Bundesrepublik Deutschland in Richtung EU-Ausland, gibt es eine Reihe von speziellen Blitzern und Radaranlagen, die nicht jeder Autofahrer auf dem Schirm hat. Ein Jurist vom ADAC hat fünf dieser Vorrichtungen in einem YouTube-Video zusammengefasst.

1. Automatische Kennzeichenerfassung durch Section Control

Der erste „Spezialblitzer“ aus dem EU-Ausland nennt sich Section Control und ist vor allem in Österreich, Italien, Frankreich, Polen sowie vermehrt in Kroatien anzutreffen. Hierbei erfassen die Behörden das Tempo der Fahrzeuge nicht mittels einer klassischen Momentaufnahme, sondern über ein definiertes Streckenstück.

Das Kennzeichen des Wagens wird bei der Einfahrt in den Bereich dokumentiert und beim Verlassen erneut registriert. Aus der Distanz und der dazwischenliegenden Zeitspanne ergibt sich im Anschluss die gefahrene Durchschnittsgeschwindigkeit. Trotz vorhandener Schilder, die vor dieser doppelten Geschwindigkeitsmessung warnen, erleben viele Fahrer eine böse Überraschung, da diese Warnhinweise oft sehr unauffällig platziert und leicht zu übersehen sind.

2. Mehrfache Ahndung durch Umweltzonen- oder Zufahrtsblitzer

Zahlreiche europäische Länder wie Italien, Belgien, Frankreich, Spanien und die Niederlande nutzen flächendeckende Kamerasysteme zur Überwachung von Umwelt- und Fahrverbotszonen. Diese Technik registriert jede Einfahrt und gleicht automatisch ab, ob die erforderlichen Plaketten oder Sondergenehmigungen vorhanden sind. Liegt kein gültiger Nachweis vor, leiten die Behörden sofort ein Bußgeldverfahren ein.

Wenn der Bescheid nach einigen Wochen in Deutschland ankommt, drohen so schnell Kosten von mehreren hundert Euro. Das bekannteste Beispiel ist die verkehrsberuhigte Zone in Italien („Zona a Traffico Limitato“, kurz ZTL), bei der jede einzelne Durchfahrt – etwa bei der Suche nach dem Hotel – als separater Verstoß gewertet und mehrfach abkassiert werden kann.

3. Blitzer für reservierte Fahrspuren

In einigen europäischen Staaten existieren spezielle Fahrbahnen, die ausschließlich für bestimmte Fahrzeuggruppen reserviert sind. Ein bekanntes Beispiel dafür ist die französische Spur für Fahrgemeinschaften und Busse. Solche Sonderfahrstreifen werden von modernen Kamerasystemen inklusive automatischer Kennzeichenlesung lückenlos überwacht. Wer beispielsweise in Spanien unerlaubt auf einer Busspur fährt, muss mit einer Strafe von 260 Euro rechnen. Ähnliche Kontrollsysteme finden sich neben Frankreich und Spanien auch in den Niederlanden und Italien.

4. Multifunktionsblitzer mit Mehrfacherfassung

Diese speziellen Kontrollsysteme sind in der Lage, mehrere Verkehrsverstöße gleichzeitig zu dokumentieren. In Deutschland wird ein kombiniertes Vergehen meistens nur als Beifang geahndet, wenn beispielsweise auf einem regulären Geschwindigkeitsfoto die Nutzung des Smartphones auffällt. Das Erfassungssystem löst hierzulande jedoch erst beim Überschreiten des Tempolimits aus.

Im europäischen Ausland arbeiten die Behörden dagegen mit modernen Multitasking-Blitzern, die diverse Verstöße unabhängig voneinander registrieren und somit teure Strafen anhäufen können. Solche Geräte gehören in Frankreich, Italien und den Niederlanden bereits zum Standard.

5. Lärmblitzer im urbanen Raum

Zu hoher Verkehrslärm belastet viele Innenstädte, weswegen erste Kommunen mit moderner Technik durchgreifen. Unter anderem in Paris und Nizza sind laut ADAC bereits akustische Überwachungsgeräte im regulären Betrieb. Das System nutzt hochempfindliche Mikrofone zur Geräuschmessung und verknüpft die gemessenen Daten per Software direkt mit dem jeweiligen Fahrzeug. Sobald ein definierter Grenzwert überschritten wird, erfolgt die automatische Erfassung des Nummernschilds.

Die französische Obergrenze ist mit 85 Dezibel relativ streng angesetzt. Ein kurzer Tritt aufs Gaspedal genügt mitunter, um diesen Wert zu überspringen und eine Strafe von wenigstens 135 Euro auszulösen. Vergleichbare Testphasen laufen derzeit auch in diversen anderen Staaten.

Quellen

Merkur.de: Vorsicht auf der Urlaubsfahrt: ADAC warnt Autofahrer vor fünf besonderen Blitzer-Typen

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