Bußgeldverfahren eingestellt: Unbekannte täuschen Autofahrer mit falschem Verkehrsschild

24.09.2026 - 4 min Lesezeit

Im sachsen-anhaltischen Haldensleben haben Unbekannte eigenmächtig ein falsches Tempo-70-Schild in der Nähe eines Blitzers platziert. Dies führte zu vielen Tempoverstößen und einem Polizeieinsatz.

das Wichtigste zuerst
  • Gefälschtes Temposchild in Sachsen-Anhalt: Unbekannte stellten in Haldensleben ein selbst gebautes Tempo-70-Schild vor einen neu aufgebauten Blitzer der Stadt.
  • Autofahrer getäuscht: Viele Verkehrsteilnehmer verließen sich auf die Beschilderung und fuhren statt der erlaubten 50 km/h mit Tempo 70 daran vorbei.
  • Keine Knöllchen, Schaden für die Stadt: Sämtliche Bußgeldverfahren wurden eingestellt. Der Stadt Haldensleben entgehen dadurch Bußgeldeinnahmen.
  • Ermittlungen laufen: Die Polizei ermittelt wegen Amtsanmaßung und sucht dringend nach Zeugen.
Unbekannte manipulieren Tempolimit

Symbolbild, KI-generiert

Neuer Blitzer in Haldensleben: Unbekannte manipulieren Tempolimit

Gerade erst hatte die Stadt Haldensleben einen neuen Blitzeranhänger an der Magdeburger Straße positioniert. Ziel war es, die Verkehrsüberwachung an dieser stark befahrenen Stelle zu intensivieren. Für diese Maßnahme machte der übergeordnete Landkreis Börde sogar eine Ausnahme, da dieser dort als Einziger die Befugnis hat, eigenständig Geschwindigkeitskontrollen durchzuführen.

Womit Stadtverwaltung und Polizei aber nicht gerechnet hatten, ist der unbefugte Aufbau eines Verkehrsschildes seitens Unbekannter. Offenbar fühlten sich die Täter dazu berufen, die Regeln des Straßenverkehrs an dem Verkehrsknotenpunkt eigenmächtig zu ändern, indem sie das Tempolimit von 50 km/h auf 70 km/h abänderten.

Stadt entfernt Fake-Verkehrszeichen: Doch viele wurden bereits geblitzt

Der Aufbau des Fake-70er-Schildes führte zu einem Polizeieinsatz. Laut den Beamten ging es den Tätern darum, Autofahrer bezüglich des echten Tempolimits bewusst in die Irre zu führen. An dem Blitzer sollten auf diese Weise mutmaßlich Tempoverstöße erzeugt werden. Zwar entfernte die Stadt Haldensleben das falsche Verkehrsschild bereits am Folgetag, doch bis dahin waren bereits zahlreiche Autofahrer in die Falle der Saboteure getappt und wurden geblitzt.

Bußgeldeinnahme adé: Finanzieller Schaden für die Stadt Haldensleben

Die Bußgeldverfahren, die aus der Verwirrung mit dem Blitzer resultierten, mussten wieder eingestellt werden. Eine Ordnungswidrigkeit setzt voraus, dass vorsätzlich oder fahrlässig gegen eine gültige amtliche Regelung verstoßen wurde. Dies ist aufgrund der Täuschung mit dem Verkehrszeichen jedoch nicht gegeben. Laut volksstimme.de ist der Stadt Haldensleben durch die Aktion ein signifikanter finanzieller Schaden entstanden.

Täter bauten Tempo-70-Schild selbst zusammen

Einer der Gründe, warum so viele Autofahrer das unechte Schild für bare Münze nahmen, lag wohl an seiner professionellen Platzierung. An dieser Stelle wirkte die Tempobegrenzung für Vorbeifahrende absolut plausibel, obwohl es sich um ein Provisorium handelte. Nach Erkenntnissen der Polizei setzten die Täter für dessen Bau Komponenten ein, die bei der Straßenmeisterei so gar nicht verwendet werden.

Ermittlungen wegen Amtsanmaßung: Polizei bittet um Hinweise

Welche Konsequenzen drohen nun den Tätern? Nach Angaben der Polizei handelt es sich um einen schwerwiegenden Eingriff in den Straßenverkehr. Zudem laufen Ermittlungen wegen Amtsanmaßung gemäß § 132 StGB gegen Unbekannt. Dieser Straftatbestand greift, da das Ausweisen von Tempolimits eine rein behördliche Aufgabe ist. Wer eigenmächtig Schilder aufstellt, gibt sich fälschlicherweise als staatliche Stelle aus. Je nach Urteil drohen Geldstrafen oder bis zu zwei Jahre Haft.

Bislang gibt es noch keine konkreten Anhaltspunkte, wer hinter der Aktion stecken könnte. Die Polizei ist daher auf die Mithilfe von Zeugen angewiesen und bittet in einer aktuellen Pressemitteilung um Hinweise.

Quellen

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