Blitzt auch bei Grün: Rotlichtanlage in Leverkusen verwirrt Autofahrer

07.10.2026 - 4 min Lesezeit

Ein altbekannter Pannen-Blitzer in Leverkusen-Schlebusch sorgt wieder für Aufsehen: Autofahrer berichten in den sozialen Medien, dass die Anlage auch bei Grün auslösen soll.

das Wichtigste zuerst
  • Pannen-Blitzer in Leverkusen: Ein seit Juli scharf geschalteter Rotlichtblitzer im Stadtteil Schlebusch sorgt für Verwunderung unter Autofahrern. Bereits zuvor kam es immer wieder zu Fehlfunktionen der Anlage.
  • Kritik in den sozialen Medien: Betroffene berichten, dass die Radarfalle selbst bei Grün oder ordnungsgemäßem Halten vor der Ampel blitzt.
  • Rechtfertigung der Stadt: Grund für die Fehlauslösungen seien automatische Selbsttests sowie geradeaus fahrende Autos, welche die Abbiegespur schneiden.
  • Unterschiedliche Verstöße: Rotlichtblitzer messen sowohl den reinen Haltelinienverstoß, der ein 10-Euro-Verwarnungsgeld nach sich zieht, als auch den echten Rotlichtverstoß, bei dem mindestens 90 Euro Bußgeld fällig werden.
  • Bußgeldvorwürfe nicht hinnehmen: Da fehlerhafte Bußgeldbescheide ohne Einspruch rechtskräftig werden, sollten Betroffene entsprechende Vorwürfe stets prüfen lassen.
Blitzt auch bei Grün: Rotlichtanlage in Leverkusen verwirrt Autofahrer

© U. J. Alexander / shutterstock.com (Symbolbild)

Leverkusen-Schlebusch: Rotlichtanlage mit Vorgeschichte

Der Pannen-Blitzer im Leverkusener Stadtteil Schlebusch kommt einfach nicht aus den Negativschlagzeilen heraus. Bereits im Vorfeld seiner Aufstellung im Dezember 2024 hatte das Gerät für einen handfesten Parteienstreit gesorgt. Die FDP lehnte die Anlage von Anfang an ab und warnte davor, die Blitzerdichte an der Stelle durch eine weitere Radarfalle unnötig aufzublähen. Auch die Ausrichtung stieß auf Kritik, weil nur eine Fahrtrichtung erfasst wird und Raser aus der Gegenrichtung ungeschoren davonkommen.

Trotz all dieser Bedenken hielt die Stadt an dem Blitzer an der Kreuzung Oulustraße/Herbert-Wehner-Straße fest, der nach einem schweren Unfall im Mai 2021 beantragt worden war. Nach dem Aufbau zeigten sich jedoch weitere Mängel: Die 112.000 Euro teure Anlage löste lange Zeit nicht aus, weil die Behörden nach eigenen Angaben mit technischen Schwierigkeiten zu kämpfen hatten.

Blitzer ist nun scharf, allerdings zu scharf

Doch damit nicht genug: Nachdem die Rotlichtüberwachungsanlage im Juli dieses Jahres nun doch ihren Dienst aufnehmen konnte und tatsächlich mit dem Blitzen begann, folgten rasch die nächsten Irritationen. Denn das scharf gestellte Gerät nimmt seine Arbeit offenbar etwas zu genau: In den sozialen Medien berichten zahlreiche Autofahrer, dass sie die Anlage auch ohne Verstoß erfasst und auslöst.

Kritik im Netz: Anlage blitzt auch bei Grün

So werden auf der Instagram-Seite des Senders Radio Leverkusen diverse Kommentare von Usern zitiert, die sich über die übereifrige Rotlichtanlage wundern: Einige schildern, dass Autos regulär bei Grün gefahren sind und dennoch erfasst wurden. Andere berichten, dass sie bei Rot ordnungsgemäß an der Ampel standen und die Anlage trotzdem auslöste. Ein weiterer Betroffener merkte zudem an, dass trotz des falschen Blitzens kein Bußgeldbescheid im Briefkasten landete.

Stadt Leverkusen verweist auf spontane Selbsttests

Dass der Blitzer so oft grundlos auslöst, liegt laut der Stadt Leverkusen nicht an einem Defekt: Die Anlage soll eigentlich Linksabbieger von der Oulustraße auf die Herbert-Wehner-Straße erfassen. Fahren geradeaus fahrende Autos bei Grün über die Abbiegespur, was bei breiteren Fahrzeugen oft der Fall sei, könne die Kamera aber fälschlicherweise getriggert werden. Zudem sorgen automatische Selbsttests dafür, dass es zu scheinbaren Fehlmessungen kommt. Einen gelben Brief müsse man in solchen Fällen aber nicht befürchten, da die Bußgeldstelle jedes Foto vorab händisch prüfe.

Darin unterscheiden sich Rotlicht- und Haltelinienverstoß

Unabhängig von technischen Mängeln führen Rotlichtblitzer immer wieder zu Missverständnissen bei Autofahrern. Grund dafür ist ein feiner Unterschied bei der Art des Ampelverstoßes. Wer bei Rot lediglich die weiße Haltelinie überrollt, danach aber sofort stoppt, begeht einen sogenannten Haltelinienverstoß. Erst wenn das Fahrzeug weiter in den geschützten Kreuzungsbereich einfährt, liegt ein echter Rotlichtverstoß vor. Um diesen Unterschied zu dokumentieren, lösen entsprechende Anlagen im Regelfall zweimal aus.

Der Bußgeldkatalog bestraft beide Fehlverhalten sehr unterschiedlich: Während ein Haltlinienverstoß lediglich ein Verwarnungsgeld in Höhe von 10 Euro kostet, werden bei einem einfachen Rotlichtverstoß mindestens 90 Euro Bußgeld fällig.

Fazit

Der Fall in Schlebusch zeigt deutlich, wie wichtig es ist, Post von der Bußgeldstelle genau zu prüfen. Auch wenn die Stadt beteuert, fehlerhafte Messungen vorab auszusortieren, machen Behörden immer wieder Fehler. Wer Bußgeldvorwürfe vorschnell hinnimmt und keinen Einspruch einlegt, lässt die Forderung rechtskräftig werden. Dies gilt auch dann, wenn die Messung fehlerhaft war. Eine Prüfung durch einen spezialisierten Verkehrsrechtsanwalt, am besten über Geblitzt.de, ist daher in jedem Fall anzuraten.

Quellen

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