das Wichtigste zuerst
• Stein des Anstoßes: Ein Feuerwehrmann wird im Mai 2025 auf dem Weg zu einem Einsatz an einer Grundschule mit 39 km/h zu viel geblitzt.
• Sanktionen: Die Behörden verhängen ein Bußgeld von 369 Euro, zwei Punkte in Flensburg und ein einmonatiges Fahrverbot.
• Konflikt mit der Stadt: Bürgermeister Tobias Meier verteidigt die Strafe mit der Gefährdung an einer Schulkreuzung und lehnt Ausnahmen bei derart hohen Geschwindigkeitsüberschreitungen ab.
• Gescheiterter Kompromiss: Das Angebot, das Verfahren gegen eine Spende von 350 Euro an die Verkehrserziehung einzustellen, lehnt der Feuerwehrmann als Schuldeingeständnis ab.
• Konsequenz: Nach 34 Dienstjahren tritt der Ehrenamtler aus der Freiwilligen Feuerwehr aus, da er keine Rückendeckung durch die Stadtverwaltung sieht.

© Ingrid Balabanova / shutterstock.com (Symbolbild)
34 Jahre Ehrenamt – und zum Abschied ein Fahrverbot
Es ist ein Einsatz zum Vergessen und für Ray Lange der Anfang vom Ende nach 34 Jahren Ehrenamt. Als im Mai 2025 der Alarm an einer Grundschule in Taucha schrillt, erkennt der Feuerwehrmann über seine App den Personalmangel und macht sich sofort mit einem Kollegen auf den Weg. Doch auf dem Weg zum Brandherd wird er an einer Baustelle mit 39 km/h zu viel auf dem Tacho geblitzt. Die Quittung: 369 Euro Bußgeld, zwei Punkte in Flensburg und ein Monat Fahrverbot.
Rückendeckung für das Ordnungsamt: Die Sicht des Bürgermeisters
Dass der Blitzer genau dort steht, hat nach Ansicht von Bürgermeister Tobias Meier gute Gründe. „Gleich nach der Baustelle befindet sich auch eine Kreuzung, die von Schülern genutzt wird“, so der Kommunalpolitiker im Interview mit Radio Dresden. Er erkennt in dem rasanten Fahrstil eine Gefahr für Dritte und stellt sich konsequent hinter die Entscheidung seiner Behörde.
Keine Gnade für den Feuerwehrmann
Zudem seien gar keine Schulkinder mehr vor Ort gewesen, was die Eile in seinen Augen unbegründet mache. Der Bürgermeister sieht sich im Recht und verweigert jede Ausnahme. Zwar drücke die Stadt bei Einsatzfahrten durchaus ein Auge zu, sofern die Geschwindigkeit um höchstens 20 km/h überschritten werde, doch in diesem konkreten Fall sei das Maß voll gewesen.
Spenden statt Fahrverbot: Ehrenamtler Ray Lange geht auf Distanz
Dennoch konnte sich die Stadt zu einem Kompromissvorschlag durchringen: Würde Lange 350 Euro an eine Institution für Verkehrserziehung spenden, blieben Strafe und Fahrverbot aus. Für Lange ist das jedoch keine Option. Diese Zahlung käme einem Eingeständnis seiner Schuld gleich, betont er im Gespräch mit taucha-kompakt.de Er beharrt darauf, dass ein ehrenamtlicher Einsatz nicht mit privatem Schaden für den Helfer enden darf.
Rücktritt nach 34 Jahren im Dienst
Es ist ein bitterer Schlussstrich nach 34 Jahren Ehrenamt, doch Lange zieht wegen des Vorfalls die Konsequenzen: Er hängt seine Uniform an den Nagel und tritt aus der Freiwilligen Feuerwehr aus. Sein Unmut richtet sich laut taucha-kompakt.de vor allem gegen den Umgang des Bürgermeisters mit der Situation. Meier hingegen signalisiert wenig Gesprächsbereitschaft in Richtung des Ex-Feuerwehrmanns.
Dem Bürgermeister zufolge sei es nun wichtiger, die noch aktiven Kräfte zu unterstützen. Für den ausgeschiedenen Lange scheint in diesen Plänen kein Platz mehr zu sein. Ob der Fall noch ein gerichtliches Nachspiel hat, bleibt abzuwarten.
Quellen
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