Eingeparkt – was nun? Was Autofahrer tun können, wenn nichts mehr geht

23.09.2026 - 4 min Lesezeit

Tom Louven, Rechtsanwalt für Verkehrsrecht und Partneranwalt von Geblitzt.de, erklärt, wie zugeparkte Autofahrer am besten reagieren sollten.

das Wichtigste zuerst
  • Eingesperrt in der Parklücke: Ist das eigene Auto von anderen Fahrzeugen komplett blockiert, sollten Betroffene laut Rechtsanwalt Tom Louven einen kühlen Kopf bewahren.
  • Spurensuche: Statt direkt den Abschleppdienst zu rufen, sollte man erst versuchen, den Fahrer in der Nähe ausfindig zu machen.
  • Finger weg von der Hupe: Wut-Hupen ist laut StVO verboten und kostet 10 Euro Verwarnungsgeld.
  • Öffentlich oder privat: Auf öffentlichen Straßen lassen Behörden das Auto auf Kosten des Zuparkers abschleppen. Auf Privatgrund müssen Betroffene die Abschleppkosten selbst vorstrecken.
  • Strafen für Falschparker: Je nach Situation drohen Verwarnungsgelder von 10 bis 55 Euro. Bei Behinderung, Gefährdung oder blockierten Einsatzfahrzeugen werden Bußgelder bis 100 Euro sowie ein Punkt in Flensburg fällig.
Eingeparkt – was nun?

Symbolbild, KI-generiert

Keine Chance zum Rangieren: So reagiert man richtig

Es ist dieses überraschende Gefühl der Ohnmacht, durch das viele Autofahrer schon einmal durch mussten. Eben noch war alles im Lot, doch dann kehrt man von einem wichtigen Termin zurück und merkt: Das Auto ist eingesperrt. Sowohl das parkende Fahrzeug vorne als auch hinten stehen so nah an der Stoßstange, dass es fast ein Fall für die Versicherung wäre.

Doch wie kommt man aus der Nummer wieder raus? Tom Louven, Rechtsanwalt für Verkehrsrecht und Partneranwalt von Geblitzt.de, erklärt, was in dieser beklemmenden Situation rechtlich erlaubt ist, welche Schritte Betroffene einleiten können und wann man tatsächlich den Abschleppdienst rufen sollte.

Ab wann Abschleppen eine Option ist

Denn statt aus der Wut heraus sofort den Abschlepper anzufordern, lohnt sich meist ein kühler Kopf und der Blick auf pragmatische Alternativen. Steht das Fahrzeug etwa vor einem Supermarkt, genügt oft schon der Gang an die Kasse. Über das Kennzeichen kann der Fahrer ausgerufen und rasch gefunden werden wie ein vergessenes Kind im Bällebad. Die Hupe aus Ärger dauerhaft zu betätigen, ist dagegen keine gute Idee, weiß Anwalt Louven:

„Laut Paragraf 16 der Straßenverkehrsordnung darf gehupt werden, wenn man außerhalb geschlossener Ortschaften überholt oder man sich oder andere gefährdet sieht – nicht aus Wut. Dauerhaftes Hupen ohne Verkehrsanlass stellt eine Ordnungswidrigkeit dar und wird mit einem Verwarnungsgeld von 10 Euro geahndet.“

Öffentlich oder privat: Wo das Auto steht, ist entscheidend

Lässt der Zuparker auch nach einer kurzen Karenzzeit auf sich warten, entscheidet der Ort, an dem der Pkw blockiert wurde über die nächsten Schritte. Steht das Fahrzeug beispielsweise an einer öffentlichen Straße, sind Ordnungsamt oder Polizei zuständig. In der Regel versuchen die Beamten dann zuerst, den Halter zu erreichen. Klappt das nicht, lassen sie den Wagen auf dessen Kosten abschleppen.

Geht es hingegen um private Flächen wie das eigene Grundstück oder Firmenparkplätze, ist die Polizei meist nicht zuständig. „Hier dürfen Festgesetzte zwar selbst einen Abschleppdienst rufen, müssen das Geld dafür aber erst einmal vorstrecken und es anschließend beim Falschparker einfordern“, so Louven.

Welche Strafen Falschparkern fürs Blockieren drohen

Ein Auto zuzuparken oder ordnungswidrig abzustellen, kann für den Falschparker teuer enden. Neben dem Abschleppen drohen Verwarnungs- beziehungsweise Bußgelder sowie Punkte in Flensburg. Das Zuparken einer Einfahrt kostet je nach Dauer zwischen 10 und 30 Euro. Beim Parken in zweiter Reihe verlangt der Bußgeldkatalog mindestens 55 Euro.

Führt die Blockade zu einer Behinderung oder Gefährdung, erhöht sich der Betrag und es kommt ein Punkt hinzu. „Gefährlich wird es, wenn Einsatzfahrzeuge behindert werden. Neben 100 Euro Bußgeld droht auch hier ein Punkt in Flensburg“, warnt Verkehrsrechtsexperte Louven.

Quellen

  • Geblitzt.de-Pressemitteilung: Wenn nichts mehr geht – Was Autofahrer tun können, wenn sie eingeparkt wurden

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