Blitzer am A81-Baustellenende: „Geht nicht mehr um Verkehrssicherheit“

06.03.2026 - 4 min Lesezeit
das Wichtigste zuerst
  • Umstrittener Standort: Ein mobiler Blitzer am Ende der A81-Baustelle bei Rottweil in BaWü sorgt wegen seiner Platzierung für hitzige Diskussionen.
  • Strategische Aufstellung: Die Messung erfolgte kurz vor der Geschwindigkeitsfreigabe am Rasthof Neckarburg, wo viele Fahrer bereits vorzeitig beschleunigten.
  • Unmut der Autofahrer: Betroffene kritisieren die Aktion in sozialen Netzwerken als Abzocke und werfen den Behörden vor, die Kassen füllen zu wollen.
  • Psychologischer Effekt: Die Kontrolle überraschte viele, da die eigentliche Gefahrenzone der Baustelle bereits durchfahren war.
  • Polizeiliche Begründung: Die Pressestelle Konstanz weist die Vorwürfe zurück und begründet den Standort mit der Sicherheit des Personals sowie verkehrserzieherischen Zwecken.
Blitzer am A81-Baustellenende: „Geht nicht mehr um Verkehrssicherheit“

© Ronald Rampsch / shutterstock.com (Symbolbild)

Warum so viele Autofahrer auf der A81 ertappt wurden

Die Dauerbaustelle auf der A81 im Landkreis Rottweil in Baden-Württemberg ist seit Beginn der Maßnahmen ein häufiger Standort für Radarfallen. In den auf 60 und 80 km/h begrenzten Abschnitten zwischen Singen und Stuttgart kommen regelmäßig mobile sowie teilstationäre Geräte zum Einsatz. Dies wird mit der Verkehrssicherheit begründet, da wohl viele Fahrer die Geschwindigkeitsbegrenzungen auf den engen Fahrspuren ignorieren.

So auch vergangene Woche, als eine neue Kontrollstelle viele Autofahrer überraschte, die prompt in die Falle tappten. Die Redaktion des „Schwarzwälder Boten“ beobachtete das Geschehen an mindestens zwei Tagen. Der inzwischen abgebaute mobile Blitzer stand in Fahrtrichtung Stuttgart hinter der eigentlichen Brückenbaustelle. Dort vermuten viele fälschlicherweise bereits wieder freie Fahrt und geben vorzeitig Gas.

Die strategische Aufstellung des mobilen Blitzers

Doch nach nur kurzer Distanz, unmittelbar am blauen Vorwegweiser zur Raststätte Neckarburg Ost, schnappte die Falle zu. Obwohl hier noch immer das Baustellen-Tempo 60 vorgeschrieben ist, hatten viele Autofahrer den Fuß wieder auf dem Gaspedal. Die Redakteure konnten genau beobachten, wie die Anlage beinahe ununterbrochen auslöste und gleichermaßen Autos wie Lastwagen erfasste.

Warum der neu aufgestellte Blitzer erst nach der eigentlichen Baustelle auslöste, lässt Raum für Spekulationen. Geht es wirklich um die Verkehrssicherheit oder um eine hohe Trefferquote?

„Absolute Abzocke“: Autofahrer machen ihrem Ärger im Netz Luft

Der Unmut vieler Autofahrer über die Positionierung des Blitzers spiegelte sich in zahlreichen Netz- und Zeitungskommentaren wider. Zahlreiche Leser bezweifeln den Sicherheitsaspekt und werten die Aktion als reine Abzocke. Sie sind besonders frustriert darüber, zur Kasse gebeten zu werden, obwohl sie die gesamte gefährliche Baustelle zuvor vorschriftsmäßig durchfahren hatten.

Die Kommentare unter einem Bericht in der „Neuen Rottweiler Zeitung“ verdeutlichen diese Frustration. Ein Leser macht seinem Ärger Luft und schreibt: „Es geht oft nicht mehr darum, Sicherheit zu gewährleisten, es geht meistens nur noch um das Füllen der klammen Gemeindekassen.“ Das schüre Hass auf die Verantwortlichen, die er als „Wegelagerer“ bezeichnet.

Ein anderer Betroffener kritisiert die Platzierung der Messstelle am Ende der Gefahrenzone: „Ich finde das Tempomessen am offensichtlichen Ende der Gefahrensituation nicht in Ordnung.“ Ein dritter Fahrer bringt das Gefühl vieler auf den Punkt, die sich in die Falle geführt sahen: „Es ist eine absolute Abzocke, zumal die gelbe Markierung beendet war.“

Polizei weist Kritik zurück: „Keine wahllose Platzierung“

Auf Nachfrage der Redaktion bei der Polizeipressestelle Konstanz nach dem konkreten Zweck des umstrittenen Blitzers gab es eine offizielle Stellungnahme. Sprecher Daniel Brill äußerte sich wie folgt:
„Wir eruieren grundsätzlich die Sinnhaftigkeit von Aufstellorten für solches Equipment und platzieren dieses nicht wahllos irgendwo. Hier stand die Sicherheit der Baustelle und deren Personal im Vordergrund. Ein gewisser verkehrserzieherischer Gedanke spielt da immer mit rein.“

Der Vorwurf der Abzocke begleite laut dem Sprecher viele Kontrollen, weshalb die Polizei regelmäßig damit konfrontiert werde. Er stellt jedoch klar: „Dem sei entgegengehalten, dass Blitzer nicht an Orten stationiert werden, an denen die Zahlen dies nicht rechtfertigen würden.“

Quellen
Schwarzwälder Bote, Bericht zum Blitzer an der A81 bei der Neckarburg
Blitzer am Baustellenende der A81 – Autofahrer kritisiert das als „legal, aber moralisch fragwürdig“

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