Stand vom - 4 min Lesezeit
In der Probezeit wiegen Verkehrsverstöße für Fahranfänger besonders schwer, da harte Konsequenzen drohen.
das Wichtigste zuerst
- Strengere Regeln für Fahranfänger: Verkehrsverstöße werden in der Probezeit besonders hart bestraft und ziehen rasch teure Konsequenzen nach sich.
- A- und B-Verstöße: Geschwindigkeitsüberschreitungen ab 21 km/h gelten als gravierend und fallen unter A-Verstöße, kleinere Vergehen wie Fahrzeugmängel unter B-Verstöße.
- Probezeitverlängerung & Aufbauseminar: Schon ein A-Verstoß oder zwei B-Verstöße verlängern die Probezeit auf vier Jahre und verpflichten zur Teilnahme an einem kostenpflichtigen Seminar.
- Führerscheinentzug: Beim zweiten A-Verstoß folgt eine Verwarnung, beim dritten Mal wird die Fahrerlaubnis entzogen.
- Null-Toleranz bei Drogen & Alkohol: Bei Rauschfahrten und Straftaten drohen Fahranfängern sofort harte Maßnahmen wie eine MPU oder der Entzug der Fahrerlaubnis.
Unter besonderer Beobachtung geblitzt
Der Führerschein ist geschafft und das erste eigene Auto steht vor der Tür – zwei Meilensteine, die jungen Menschen finanziell viel abverlangen. Umso ärgerlicher ist es, wenn kurz darauf Post von der Bußgeldstelle im Briefkasten landet. Neben dem finanziellen Dämpfer drohen Fahranfängern in der Probezeit rasch empfindliche Zusatzkosten, etwa durch teure Aufbauseminare. Doch ein zugestelltes Blitzerfoto bedeutet nicht automatisch, dass man einknicken sollte: Viele Bußgeldbescheide weisen Mängel auf und lassen sich erfolgreich anfechten.
Kurz und knapp
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Thema des Videos: Geblitzt in der Probezeit! Wann drohen Aufbauseminar oder Probezeitverlängerung? - Geblitzt.de
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Probezeit-Regeln: A- und B-Verstöße
In Deutschland stehen Fahranfänger zwei Jahre lang unter besonderer Beobachtung. Regelverstöße können in dieser Zeit schnell teuer werden oder weitere Sanktionen nach sich ziehen. Wie hart die Folgen ausfallen, richtet sich danach, ob es sich um einen schwerwiegenden A-Verstoß oder einen weniger schwerwiegenden B-Verstoß handelt.
Zu den typischen A-Verstößen gehören gravierende Regelverstöße wie Geschwindigkeitsüberschreitungen ab 21 km/h, Fahren unter Alkoholeinfluss, Rotlichtmissachtungen sowie Abstandsverstöße. Auch die Nutzung des Handys am Steuer oder das Fahren ohne Begleitperson beim begleiteten Fahren ab 17 Jahren werden als A-Verstoß gewertet.
Minder schwere B-Verstöße betreffen häufig Mängel am Fahrzeug oder kleinere Vergehen. Dazu gehören beispielsweise abgefahrene Reifen oder eine überfällige Hauptuntersuchung. Auch das unzulässige Parken auf der Autobahn zählt dazu.
Dann verlängert sich die Probezeit auf vier Jahre
Begeht ein Fahranfänger einen A-Verstoß, so wird seine Probezeit von zwei auf vier Jahre verlängert. Gleichzeitig ordnet die Behörde ein kostenpflichtiges Aufbauseminar an, das etwa 250 bis 500 Euro kostet. Der Kurs bei einer zertifizierten Fahrschule erstreckt sich über vier 135-minütige Einheiten und eine 30-minütige Testfahrt. Alle Termine müssen lückenlos wahrgenommen werden, da eine Weigerung oder Fristversäumnis unverzüglich zum Führerscheinverlust führt.
Ein zweiter A-Verstoß zieht eine behördliche Verwarnung sowie den Rat zu einer verkehrspsychologischen Beratung nach sich. Beim dritten Mal wird die Fahrerlaubnis schließlich komplett entzogen, verbunden mit einer Sperrfrist von mindestens sechs Monaten.
Während schon ein einziger A-Verstoß direkt an die Substanz geht, verzeiht das Gesetz bei B-Verstößen den ersten Ausrutscher. Wer das erste Mal erwischt wird, zahlt gegebenenfalls ein Verwarnungsgeld und behält seine normale Probezeit. Erst wer sich einen zweiten B-Verstoß leistet, muss zum Aufbauseminar und bekommt zwei Jahre extra aufgebrummt.
Bußgeldkatalog: Tempoüberschreitungen für Pkw (ohne Anhänger) und Kfz bis 3,5 t
Innerorts
| Verstoß | Regelsatz | Punkt(e) | Fahrverbot |
|---|---|---|---|
| Bis 10 km/h | 30 € | - | - |
| 11 - 15 km/h | 50 € | - | - |
| 16 - 20 km/h | 70 € | - | - |
| 21 - 25 km/h | 115 € | 1 Punkt | - |
| 26 - 30 km /h | 180 € | 1 Punkt | (1 Monat)* |
| 31 - 40 km/h | 260 € | 2 Punkte | 1 Monat |
| 41 - 50 km/h | 400 € | 2 Punkte | 1 Monat |
| 51 - 60 km/h | 560 € | 2 Punkte | 2 Monate |
| 61 - 70 km/h | 700 € | 2 Punkte | 3 Monate |
| über 70 km/h | 800 € | 2 Punkte | 3 Monate |
Außerorts
| Verstoß | Regelsatz | Punkt(e) | Fahrverbot |
|---|---|---|---|
| Bis 10 km/h | 20 € | - | - |
| 11 - 15 km/h | 40 € | - | - |
| 16 - 20 km/h | 60 € | - | - |
| 21 - 25 km/h | 100 € | 1 Punkt | - |
| 26 - 30 km /h | 150 € | 1 Punkt | (1 Monat)* |
| 31 - 40 km/h | 200 € | 1 Punkt | (1 Monat)* |
| 41 - 50 km/h | 320 € | 2 Punkte | 1 Monat |
| 51 - 60 km/h | 480 € | 2 Punkte | 1 Monat |
| 61 - 70 km/h | 600 € | 2 Punkte | 2 Monate |
| über 70 km/h | 700 € | 2 Punkte | 3 Monate |
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Null-Promille-Grenze und Drogen: Wann Fahranfängern eine MPU droht
Besonders harte Konsequenzen drohen Fahranfängern zudem, wenn Drogen oder Alkohol im Spiel sind. Da für Führerscheinabsolventen in der Probezeit eine strikte Null-Promille-Grenze gilt, führen Rauschfahrten rasch zu hohen Bußgeldern, Punkten in Flensburg und der Anordnung einer MPU (Medizinisch-Psychologische Untersuchung).
Gleiches gilt bei Straftaten im Straßenverkehr – etwa Nötigung, Unfallflucht oder verbotenen Kraftfahrzeugrennen. Hier drohen neben dem direkten Entzug der Fahrerlaubnis und langen Sperrfristen im schlimmsten Fall sogar strafrechtliche Nachspiele.
Warum auch Fahranfänger Bußgeldvorwürfe nicht einfach hinnehmen sollten
Wer in der Probezeit geblitzt wird, sollte die Vorwürfe der Bußgeldstelle nicht voreilig akzeptieren. Messfehler, falsche Zuordnungen oder formelle Mängel kommen bei Bußgeldbescheiden häufig vor. Da für Fahranfänger neben dem Bußgeld oft teure Aufbauseminare und eine Verlängerung der Probezeit auf dem Spiel stehen, lohnt sich eine genaue Prüfung umso mehr. Ein erfolgreicher Einspruch kann teure Folgekosten effektiv verhindern.
Quellen
Zusammengestellt von der Redaktion Geblitzt.de.

