Beschleunigungsstreifen zur Autobahn: Wie schnell darf man fahren?

Welche Geschwindigkeit auf dem Beschleunigungsstreifen erlaubt ist und was beim Einfädeln beachtet werden muss.

das Wichtigste zuerst
  • Schneller fahren zulässig: Auf dem Beschleunigungsstreifen darf grundsätzlich schneller gefahren werden als auf den durchgehenden Fahrspuren, wenn dies zum Einfädeln erforderlich ist.
  • Tempolimit beachten: Diese Erlaubnis bedeutet nicht, dass geltende Geschwindigkeitsbegrenzungen ignoriert werden dürfen.
  • Vorfahrt beachten: Fahrzeuge auf der durchgehenden Fahrbahn haben beim Einfädeln grundsätzlich Vorrang. Wer die Vorfahrt missachtet und andere gefährdet, muss mit Sanktionen rechnen.
  • Ausfädelungsstreifen: Auf dem Ausfädelungsstreifen gelten andere Bestimmungen. Hier darf nicht schneller gefahren werden als auf den durchgehenden Fahrstreifen.

Wie schnell darf man auf dem Beschleunigungsstreifen fahren?

Der rund 250 Meter lange Beschleunigungs- beziehungsweise Einfädelungsstreifen dient dazu, die eigene Geschwindigkeit an den fließenden Verkehr auf Autobahnen und Kraftfahrstraßen anzupassen, um sich anschließend sicher einzuordnen. Nach § 7a Abs. 2 der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) ist es im Zuge dessen erlaubt, auf dem Einfädelungsstreifen schneller zu fahren als die Fahrzeuge auf den durchgehenden Fahrstreifen.

Kurz und knapp

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Thema des Videos: Wie schnell darf man auf dem Beschleunigungsstreifen der Autobahn fahren? RICHTIG einfädeln!

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Gilt auf dem Beschleunigungsstreifen ein Tempolimit?

Die Regelung bedeutet jedoch nicht, dass auf dem Beschleunigungsstreifen beliebig schnell gefahren werden darf. So müssen auch hier die jeweils geltenden Tempolimits beachtet werden. Sofern kein Schild aufgestellt ist, gilt keine feste Obergrenze beziehungsweise die Richtgeschwindigkeit von 130 km/h. Nach dem sicheren Einfädeln in den fließenden Verkehr muss man sich an die dort geltenden Geschwindigkeitsvorgaben halten.

Wie schnell darf man auf dem Beschleunigungsstreifen der Autobahn fahren?

Milos Muller / shutterstock.com

Darf man beim Einfädeln rechts überholen?

Ein schnelleres Fahren auf dem Einfädelungsstreifen und der damit einhergehende Überholvorgang ist also grundsätzlich erlaubt. Das ansonsten übliche Verbot, rechts zu überholen, ist in diesen Fällen außer Kraft gesetzt. Voraussetzung ist jedoch, dass eine Behinderung oder Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer ausgeschlossen wird.

Wer hat beim Einfädeln Vorfahrt?

Beim Thema „Vorfahrt“ sieht die Sache anders aus. Der sich einfädelnde Fahrer muss dem Verkehr auf der durchgehenden Fahrbahn gemäß § 18 Absatz 3 StVO Vorrang gewähren. Fahrzeuge, die bereits auf der Autobahn unterwegs sind, haben daher nicht die Pflicht, dem einfahrenden Verkehrsteilnehmer das Einordnen zu ermöglichen – auch wenn es aus Gründen der Rücksichtnahme und zur Verbesserung des Verkehrsflusses empfohlen wird, die rechte Spur durch den Wechsel auf die Überholspur freizumachen.

Das sogenannte Reißverschlussverfahren gilt demnach beim Einfädeln nicht. Der Fahrer auf dem Beschleunigungsstreifen hat daher auf eine ausreichend große Lücke im fließenden Verkehr zu warten, um sich anschließend mit gesetztem Blinker, Schulterblick und an die Situation angepasstem Tempo sicher einzuordnen.

Was droht bei Missachtung der Vorfahrtsregel?

Wer beim Einfädeln die Vorfahrt des Verkehrs auf der durchgehenden Fahrbahn missachtet, muss mit einem Bußgeld in Höhe von mindestens 75 Euro sowie einem Punkt im Fahreignungsregister rechnen. Entscheidend sind dabei die konkreten Umstände des jeweiligen Verstoßes. Wenn es durch das Verhalten zu einer Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer oder zu einem Unfall kommt, droht neben der Anhebung des Bußgeldes und dem Punkt in Flensburg auch ein einmonatiges Fahrverbot.

Wenn das Einfädeln nicht möglich ist

Gerade bei dichtem Verkehr ist am Ende des Beschleunigungsstreifens nicht immer eine entsprechende Lücke in Sicht. Hier müsste man laut StVO im Prinzip anhalten und erst einfahren, wenn sich der passende Moment ergibt. Das wiederum birgt im Falle eines nicht aufmerksamen Hintermanns das Risiko eines Auffahrunfalls.

Der ADAC rät Verkehrsteilnehmern in diesem besonderen Ausnahmefall, auf dem Standstreifen weiterzufahren, um sich – sobald es gefahrlos möglich ist – wieder in den fließenden Verkehr einzuordnen.

Was gilt beim Ausfädeln von der Autobahn?

Beim Verlassen der Autobahn gelten andere Vorgaben als beim Auffahren. Der entscheidende Unterschied. Auf dem Ausfädelungsstreifen darf grundsätzlich nicht schneller gefahren werden als auf den durchgehenden Fahrstreifen.

Die Ausnahme der Regel laut § 7a Abs. 3 StVO: „Stockt oder steht der Verkehr auf den durchgehenden Fahrstreifen, darf auf dem Ausfädelungsstreifen mit mäßiger Geschwindigkeit und besonderer Vorsicht überholt werden.“

Fazit

Der Beschleunigungsstreifen soll Autofahrern ermöglichen, ihre Geschwindigkeit an den fließenden Verkehr anzupassen und sich sicher in diesen einzuordnen. Deshalb darf dort gemäß den Richtlinien der Straßenverkehrs-Ordnung schneller gefahren werden als auf den durchgehenden Fahrspuren.

Ein Freifahrtschein für Raser ist damit jedoch nicht verbunden. Zum Schutz aller Verkehrsteilnehmer müssen Tempolimit-Schilder genauso beachtet werden wie der Umstand, dass die auf der Autobahn befindlichen Fahrzeuge Vorfahrt haben.

Stand: 11.08.2026

Quellen