Leitpfosten am Straßenrand: Über die Bedeutung von Reflektoren, Pfeilen und Zahlen

das Wichtigste zuerst
  • Orientierung: Leitpfosten machen den Verlauf der Fahrbahn besser erkennbar, besonders bei Dunkelheit, Nebel, Regen oder Schnee.
  • Abstand: Auf geraden Strecken stehen Leitpfosten in der Regel alle 50 Meter, in Kurven deutlich dichter.
  • Reflektoren: Weiße Reflektoren markieren den Fahrbahnrand, gelb-orange Reflektoren weisen meist auf Einmündungen oder Ausfahrten hin.
  • Pfeile: Kleine Pfeile am Leitpfosten zeigen die Richtung zur nächsten Notrufsäule.
  • Wildwechsel: Blaue Wildwarnreflektoren sollen Tiere abschrecken, ihre tatsächliche Wirkung ist jedoch umstritten.

Was Leitpfosten im Straßenverkehr bedeuten

Leitpfosten werden in der Straßenverkehrsordnung (StVO) als Zeichen 620 geführt. Ihre Aufgabe ist einfach, aber sicherheitsrelevant: Sie machen durch ihre reflektierenden Flächen den Verlauf der Straße für Autofahrer sichtbar. Das hilft vor allem auf Landstraßen, Autobahnen, in Kurven und bei schlechten Sichtverhältnissen. Laut StVO-Vorgabe müssen Leitpfosten in der Regel im Abstand von 50 Metern stehen. In Kurven dürfen sie enger gesetzt werden, damit der Verlauf der Fahrbahn besser erkennbar bleibt.

Worauf Reflektoren, Pfeile und Punkte an Leitpfosten hinweisen

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Rechte und linke Fahrbahnseite erkennen

Die Reflektoren an Leitpfosten unterscheiden sich je nach Straßenseite. Auf der rechten Seite ist in der Regel ein länglicher weißer Reflektor zu sehen. Auf der linken Seite markieren zwei weiße Punkte den Fahrbahnrand. Gerade auf Straßen mit Gegenverkehr kann diese Unterscheidung dabei helfen, die eigene Position besser einzuschätzen und den Straßenverlauf frühzeitig zu erkennen.

Diese Orientierung ist besonders wichtig, wenn Fahrbahnmarkierungen durch Nässe, Schnee oder Dunkelheit schwer zu sehen sind. Leitpfosten ersetzen zwar keine angepasste Geschwindigkeit, können aber zusätzliche Sicherheit geben, weil sie Kurven, Fahrbahnränder und den Abstand zur Straße sichtbar machen.

Gelbe Reflektoren an Leitpfosten

Gelb-orange Reflektoren haben eine andere Funktion als die weißen Standardreflektoren. Sie weisen häufig auf eine Einmündung, eine Ausfahrt oder eine Zufahrt hin. Dadurch kann der Fahrer frühzeitig erkennen, dass von der Seite Verkehr einfahren könnte oder sich eine Abzweigung nähert. Solche Markierungen sind vor allem auf Landstraßen nützlich, weil Einfahrten dort bei Dunkelheit leicht zu übersehen sind.

Pfeile, SOS-Zeichen & Notrufsäulen

Manche Leitpfosten sind oberhalb der Reflektoren mit einem kleinen Pfeil markiert. Dieser zeigt an, in welcher Richtung sich die nächste Notrufsäule befindet, und wird daher manchmal auch mit einem SOS-Schriftzug oder Telefonsymbol kombiniert.

Auch in Zeiten von Smartphones bleibt dieser Hinweis relevant. Bei einem Unfall kann der Akku leer sein, das Mobilfunknetz fehlen oder das eigene Handy beschädigt sein. Der Pfeil am Leitpfosten hilft dann, schneller zur nächsten Notrufsäule zu gelangen, um Polizei und Rettungskräfte alarmieren zu können.

Vorsicht Wildwechsel!

Blaue Reflektoren an Leitpfosten sollen Wildtiere davon abhalten, die Straße zu überqueren. Trifft das Scheinwerferlicht eines herannahenden Autos auf den blauen, gewölbten Reflektor, wird das Licht in den Seitenraum, also den Wald oder das Feld, gestreut. Die Tiere sollen das in der Natur seltene blaue Licht als Gefahr wahrnehmen und am Straßenrand verweilen, bis das Auto vorbeigefahren ist.

Die Wirkung solcher Wildwarnreflektoren ist allerdings wissenschaftlich umstritten. Untersuchungen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e. V. (GDV) kamen zu dem Ergebnis, dass getestete optische Reflektoren keine ausreichend wahrnehmbaren Reize erzeugten, um Wildtiere zuverlässig zu beeinflussen.

Auch die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) verweist darauf, dass der Einsatz von blauen Halbkreisreflektoren wenig Einfluss auf die Zahl der Wildunfälle habe. Blaue Reflektoren weisen demnach zwar auf Wildwechselbereiche hin, ersetzen aber keine erhöhte Aufmerksamkeit hinter dem Steuer eines Kraftfahrzeugs. Besonders in der Dämmerung, nachts und in Waldgebieten bleibt langsames und vorausschauendes Fahren entscheidend.

Zahlen und Stationszeichen an Leitpfosten

Nicht alle Angaben an Leitpfosten richten sich direkt an Verkehrsteilnehmer. Zahlen, Ziffern oder kleine Stationszeichen dienen mit ihrer Kennzeichnung von Abschnitten, Kilometerangaben oder Straßennummern vor allem der Orientierung von Einsatzfahrzeugen der Polizei und Feuerwehr. Auch Straßenmeistereien nutzen die Ziffern, um genau zu protokollieren, wo eine Leitplanke defekt ist oder Schlaglöcher ausgebessert wurden.

Warum Leitpfosten mehr sind als Straßenrand-Dekoration

Fazit: Leitpfosten wirken unscheinbar, erfüllen aber mehrere Aufgaben zugleich. Sie zeigen den Straßenverlauf, machen Fahrbahnränder auch bei schwierigen Sichtverhältnissen wahrnehmbar, warnen indirekt vor Einmündungen und können nach einem Unfall oder einer Panne den Weg zur nächsten Notrufsäule weisen.

Quellen:

 

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