Kennzeichen für Kleinkrafträder

Stand vom - 6 min Lesezeit

Wie lange Versicherungskennzeichen für Mofas, Mopeds, Motorroller und E-Scooter gültig sind und welche Folgen das Fahren ohne Versicherungsschutz haben kann.

das Wichtigste zuerst
  • Kleinkrafträder-Definition: Kleinkrafträder wie Mofas, Mopeds, Motorroller, E-Scooter und Fahrräder mit Hilfsmotor verfügen grundsätzlich über einen Hubraum von bis zu 50 cm³ und können maximal 45 km/h schnell fahren.
  • Kennzeichen-Besonderheit: Kleinkrafträder sind grundsätzlich zulassungsfrei. Statt eines regulären Kfz-Kennzeichens benötigen sie jedoch ein Versicherungskennzeichen.
  • Erwerb des Versicherungskennzeichens: Das Kennzeichen erhält man beim Versicherer gegen Vorlage der Betriebserlaubnis.
  • Kennzeichengültigkeit: Es gilt jeweils für ein Versicherungsjahr vom 1. März bis zum letzten Februartag des Folgejahres. Anschließend wird ein neues Kennzeichen benötigt.
  • Wechselnde Farbe: Die Farbe des Versicherungskennzeichens ändert sich jedes Jahr. So kann im Rahmen einer Polizeikontrolle schnell festgestellt werden, ob das Kennzeichen noch gültig ist.
  • Fahren ohne Versicherungsschutz: Wer mit einem abgelaufenen Versicherungskennzeichen am öffentlichen Straßenverkehr teilnimmt, begeht eine Verkehrsstraftat.

Welche Merkmale definieren ein Kleinkraftrad?

Kleinkrafträder verfügen über einen Hubraum von bis zu 50 cm³ und können maximal 45 km/h schnell fahren. Zu dieser Fahrzeuggruppe gehören unter anderem Mofas, Mopeds, Motorroller, E-Scooter und Fahrräder mit Hilfsmotor. Auch bestimmte drei- und vierrädrige Leichtkraftfahrzeuge wie Quads und Trikes fallen unter die Kategorie. Abgesehen von Mofas (hierfür benötigt man lediglich eine Prüfbescheinigung oder den Führerschein einer anderen Fahrzeugklasse) ist die Voraussetzung für das Fahren eines Kleinkraftrads der AM-Führerschein. Für dessen Erwerb muss man mindestens 15 Jahre alt sein.

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Versicherungskennzeichen als Nummernschildersatz

Im Gegensatz zu Kraftfahrzeugen wie Pkw und Motorrädern ist ein Kleinkraftrad zulassungsfrei. Dadurch entfallen die Gebühren bei der Kfz-Zulassungsstelle. Statt eines herkömmlichen Kfz-Kennzeichens benötigt man jedoch ein Versicherungskennzeichen. Der damit einhergehende Haftpflichtversicherungsschutz gilt als Voraussetzung für die Teilnahme am Straßenverkehr.

Moped, Kennzeichen für Kleinkrafträder

Kzenon / shutterstock.com

Wo erhält man das Versicherungskennzeichen?

Das Versicherungskennzeichen erhält der Halter für rund 50 Euro beim Versicherer. Dafür muss man in der Regel die allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) des Fahrzeugs vorlegen. Alternativ kann das Kennzeichen auch online beantragt werden. Hierzu muss man lediglich in das System der Versicherung die technischen Daten aus den Fahrzeugunterlagen eingeben. Anschließend erhält der Antragsteller das Kennzeichen per Post. Dieses muss dann gut sichtbar am hinteren Teil des Kleinkraftrads angebracht werden.

Aufbau des Versicherungskennzeichens

Das Versicherungskennzeichen besteht aus einer Zahlen- und einer Buchstabenkombination. In der oberen Zeile befinden sich drei Ziffern, darunter drei Buchstaben. Die Buchstaben lassen Rückschlüsse auf die jeweilige Versicherungsgesellschaft zu, während die Zahlen dem Versicherungsverhältnis zugeordnet sind. Am unteren Rand des Kennzeichens befinden sich außerdem die Prägung „GDV“ für den Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft sowie die Jahreszahl, die auf den jeweiligen Gültigkeitszeitraum hinweist.

Temporärer Versicherungsschutz bei Kleinkrafträdern

Das Versicherungskennzeichen ist jeweils für zwölf Monate gültig. Das Versicherungsjahr beginnt am 1. März und endet am 28. Februar des Folgejahres, beziehungsweise am 29. Februar im Fall eines Schaltjahres. Danach muss der Fahrzeughalter ein neues Versicherungskennzeichen beantragen.

Da die Nachfrage nach Kennzeichen zum Beginn des Versicherungsjahres in der Regel sehr hoch ist, sollte man sich rechtzeitig um einen neuen Versicherungsschutz bemühen. Wer sein Fahrzeug erst später im Jahr anmelden möchte, muss nur die Prämie für den tatsächlichen Nutzungszeitraum bezahlen.

Fahren ohne gültiges Versicherungskennzeichen

Die Farbe des Kennzeichens wechselt jedes Jahr, sodass im Rahmen einer Polizeikontrolle ein Blick genügt, um dessen Gültigkeit zu überprüfen. Wer mit abgelaufenem Kennzeichen am Straßenverkehr teilnimmt, ist automatisch nicht versichert. Dazu heißt es in § 6 Absatz 1 des Pflichtversicherungsgesetzes (PflVG): „Es ist verboten, ein Fahrzeug zu gebrauchen, für das die nach § 1 erforderliche Haftpflichtversicherung nicht besteht.“

Wer dagegen verstößt, muss mit einer Geld- oder Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr rechnen. Zusätzlich sind auch Punkte in Flensburg, ein Fahrverbot und die Beschlagnahmung des Fahrzeugs möglich. Insbesondere bei einem Unfall kann es richtig teuer werden, da der Fahrer ohne Versicherungsschutz im Zweifel mit seinem Privatvermögen für die Schäden haften muss.

Bußgeldgefahr für Kleinkrafträder

Auch Fahrer von Kleinkrafträdern müssen sich an die Regeln der Straßenverkehrsordnung (StVO) halten. Dazu gehören im Speziellen die Helmpflicht sowie Vorschriften zum Handygebrauch, zu Geschwindigkeitsüberschreitungen und Rotlichtverstößen. Auch die geltenden Promillegrenzen müssen eingehalten werden. Die Höhe der Strafe fällt grundsätzlich analog zu den Sanktionen für Motorräder aus.

Das Fahren ohne Helm wird lediglich mit einem Verwarngeld von 15 Euro geahndet. Wer jedoch mit dem Handy in der Hand erwischt wird, zahlt 100 Euro und erhält einen Punkt in Flensburg. Das Überfahren einer roten Ampel, die schon länger als eine Sekunde rot war, führt zu einem Bußgeld in Höhe von 200 Euro, zwei Punkten und einem Monat Fahrverbot.

Besonders streng sind die Strafen beim Thema Alkohol: Ein Verstoß gegen die 0,5-Promille-Grenze schlägt schon beim ersten Mal mit 500 Euro, zwei Punkten und einem Monat Fahrverbot zu Buche, während für Fahrer unter 21 Jahren oder in der Probezeit bereits bei der Missachtung der strikten 0,0-Promille-Grenze unter anderem 250 Euro fällig werden.

Fazit

Kleinkrafträder benötigen in Deutschland grundsätzlich kein herkömmliches Kfz-Kennzeichen. Stattdessen ist ein Versicherungskennzeichen erforderlich, das den bestehenden Haftpflichtversicherungsschutz dokumentiert. Das Kennzeichen gilt jeweils für ein Versicherungsjahr vom 1. März bis Ende Februar des Folgejahres. Da sich die Kennzeichenfarbe jährlich ändert, lässt sich die Gültigkeit bei einer Verkehrskontrolle durch die Polizei einfach überprüfen.

Wer mit einem abgelaufenen Versicherungskennzeichen weiterfährt, riskiert nicht lediglich den Verlust des Versicherungsschutzes. Der Gebrauch eines nicht versicherten Fahrzeugs ist verboten und kann strafrechtliche Konsequenzen haben.

Stand: 02.10.2026

Quellen

Zusammengestellt von der Redaktion Geblitzt.de.

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