Umfrage und Statistik widersprechen sich
Laut einer repräsentativen Onlineumfrage im Auftrag des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR) trauen sich zwei Drittel der befragten Autofahrer zu, schnell genug bei plötzlichem Gegenverkehr auf der Landstraße reagieren zu können. Darüber berichtete kürzlich ntv. 90 Prozent der Befragten glauben zudem, dass sie die notwendige Entfernung für einen sicheren Überholvorgang einschätzen können.

Laut DVR kamen im Jahr 2020 487 Menschen bei Zusammenstößen mit einem entgegenkommenden Fahrzeug auf einer Landstraße ums Leben. Unfälle beim Überholen waren dabei eine wichtige Ursache. „Das sind 30,6 Prozent aller Verkehrstoten auf Landstraßen“, so der Hauptgeschäftsführer des DVR zur Süddeutschen Zeitung. Insbesondere Vielfahrerinnen und Vielfahrer würden sich in einer mitunter trügerischen Sicherheit wiegen: „Sie glauben, die täglich zu fahrenden Strecken gut zu kennen“, so der Hauptgeschäftsführer weiter. Häufig trete eine Art „Gewohnheitseffekt“ ein, „die Leute glauben, sie könnten eine Überholstrecke richtig abschätzen“. Meistens sei jedoch das Gegenteil der Fall. Ein weiterer Aspekt der Studie ist, dass sich 53 Prozent der Befragten häufig durch das Überholverhalten anderer Verkehrsteilnehmer gefährdet fühlen.
Nächste Woche werden das Bundesverkehrsministerium sowie der DVR eine gemeinsame Sicherheitskampagne präsentieren.
Quellen:
Deutscher Verkehrssicherheitsrat
Süddeutsche Zeitung
ntv