„Nur eingeschränkt geeignet“ – Österreichs Polizei schafft E-Autos wieder ab

26.02.2026 - 4 min Lesezeit
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Rückkehr zum Verbrenner: Aufgrund mangelnder Praxistauglichkeit und enttäuschender Erfahrungen beendet die österreichische Polizei ihre aktuellen E-Auto-Tests und beschafft wieder Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor.

E-Auto-Defizite: Der spezifische Praxistest deckte erhebliche Mängel auf, darunter ein zu kleiner Stauraum für die Ausrüstung, unpraktische Touch-Bedienung im Einsatz sowie schwache Bremsen und eine unzureichende Höchstgeschwindigkeit.

Probleme in der Notfallrettung: Auch bei Rettungsdiensten können E-Modelle wie der VW ID.Buzz oder Mercedes e-Vito die Diesel-Flotte nicht ersetzen. Neue Einsatzfahrzeuge werden daher weiterhin mit konventionellen Antrieben bestellt.

Hürden für den Polizeieinsatz: Das Innenministerium in Wien sieht die Eignung durch eine unzureichende Ladeinfrastruktur, das hohe Gesamtgewicht der taktischen Ausrüstung und die Notwendigkeit von Fahrzeugwechseln bei leerem Akku stark limitiert.

Zukünftige Rolle: Aktuell werden E-Fahrzeuge lediglich im Botendienst außerhalb des operativen Einsatzgeschehens als vorteilhaft bewertet, wobei das Ministerium die weitere technische Marktentwicklung beobachten will.

„Nur eingeschränkt geeignet“ – Österreichs Polizei schafft E-Autos wieder ab

© Stepan Skorobogadko / shutterstock.com (Symbolbild)

E-Mobilität im Härtetest: Österreichs Einsatzkräfte ziehen kritische Bilanz

In Österreich offenbaren sich im harten Einsatzbetrieb von Sicherheits- und Rettungsorganisationen die Schwächen der E-Mobilität. Laut Berichten der Tageszeitung „Kurier“ ist die Polizei nach enttäuschenden Erfahrungen mit Volkswagen-Stromern zur Beschaffung von Verbrennern zurückgekehrt. Besonders in der Notfallrettung zeigen sich deutliche Defizite, da E-Autos die Leistungsfähigkeit der bewährten Diesel-Flotte im Einsatz wohl nicht erreichen.

Elektrisch betriebene Kfz werden in Österreich seit 2024 im Rahmen des Pilotprojektes TRON getestet, um ihre Praxistauglichkeit im polizeilichen Streifendienst zu prüfen.

VW ID.Buzz und Mercedes e-Vito: Kein Platz in der Hauptflotte

Den Recherchen des „Kurier“ zufolge gibt es jedoch zahlreiche Probleme im täglichen Betrieb der Elektroflotte. Zwar nutzt die Berufsrettung bereits elektrische Modelle wie den VW ID. Buzz oder den Mercedes e-Vito, diese werden jedoch nicht in der Hauptflotte eingesetzt. Bei der Neuanschaffung von Notarzteinsatzfahrzeugen (NEF) greift man weiterhin auf Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor zurück und auch die Rettungswagen werden bevorzugt mit Diesel statt mit Elektroantrieb betrieben.

Zu langsam für den Ernstfall

Seit 2024 erprobt die Polizei Elektrofahrzeuge von Volkswagen, doch das Modell ID.4 offenbart im Einsatzalltag deutliche Schwächen. Die Polizeigewerkschaft kritisiert den für die Ausrüstung zu geringen Stauraum sowie die unpraktische Bedienung der Touch-Elemente im Ernstfall.

Weitere Kritikpunkte sind die unzureichenden Bremsen, Schwierigkeiten beim Ladevorgang und die auf 160 km/h begrenzte Höchstgeschwindigkeit, durch die der Wagen bei Verfolgungsjagden unterlegen ist.

Innenministerium will E-Auto-Tauglichkeit prüfen

Ob die Sicherheitsbehörden Österreichs künftig gänzlich Abstand von der Elektromobilität nehmen, bleibt abzuwarten. Das Innenministerium betont zum laufenden Versuch, dass die Stromer das gesamte polizeiliche Aufgabengebiet – vom Streifendienst bis hin zu Verfolgungsfahrten – abdecken und dabei hinsichtlich Leistung, Lademanagement sowie Sicherheit geprüft werden sollen. Die bisherige Bilanz fällt jedoch ernüchternd aus, da bei schwindender Batterieladung ein Fahrzeugwechsel unumgänglich wird.

Zwischenfazit der Polizei: Nur eingeschränkt geeignet

Gegenüber FOCUS online bestätigte das Bundesministerium für Inneres in Wien die durchwachsenen Elektro-Erfahrungen und das Ende der Testphase für dieses Jahr. Die bisherigen vorläufigen Ergebnisse zeigten demnach, dass E-Fahrzeuge für den operativen Polizeieinsatz nur eingeschränkt geeignet seien. Gründe dafür lägen insbesondere in der Ladeinfrastruktur sowie im erhöhten Gesamtgewicht durch die einsatztaktische Ausrüstung.

Das Ministerium führte aus, dass derzeit lediglich der Einsatz im Botendienst außerhalb polizeilicher Operationen als vorteilhaft angesehen wird. Diese Einschätzung deckt sich zum Teil mit den Erkenntnissen weiterer Rettungs- und Sicherheitsorganisationen. Die Marktentwicklung bei E-Fahrzeugen werde jedoch weiter verfolgt, da diese technisch kontinuierlich voranschreite.

Quellen

Kurier: Knalleffekt: Innenminister stoppt Projekt mit Elektro-Funkstreifen

Focus Online: Langsam und schlechte Bremsen – Polizei schafft E-Autos ab

Berichte aus der LPD Wien: Grüne Welle: Polizei testet E-Autos

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