Mehr als 10.000 Tempoverstöße im Usinger Land: Behörden weisen Abzocke-Kritik zurück!

26.03.2026 - 3 min Lesezeit
das Wichtigste zuerst
  • Bilanz: Im hessischen Ordnungsbehördenbezirk Usingen, Neu-Anspach und Grävenwiesbach wurden im Jahr 2025 mehr als 10.000 Geschwindigkeitsverstöße geahndet.
  • Sanktionen: Inklusive der Verwarnungsgelder für Parkverstöße und weiterer Ordnungswidrigkeiten wurden Bußgelder in Höhe von rund 450.000 Euro verhängt.
  • Vorwurf: Betroffene Verkehrsteilnehmer werfen den Behörden vor, „nur Kasse machen zu wollen“.
  • Einordnung: Die Kommunen verweisen auf den hessischen Erlass zur Verkehrsüberwachung mit Fokus auf Unfallprävention und den Schutz besonders sensibler Bereiche.
Mehr als 10.000 Tempoverstöße im Usinger Land: Behörden weisen Abzocke-Kritik zurück!

© Sina Ettmer Photography / shutterstock.com

Verstöße im Hochtaunus auf hohem Niveau

Laut Informationen der Pressestelle im Polizeipräsidium Westhessen wurden vergangenes Jahr im Hochtaunuskreis 272 Geschwindigkeitsmessungen außerhalb geschlossener Ortschaften durchgeführt. Dabei sind 184.445 Fahrzeuge kontrolliert und 10.121 Verstöße festgestellt worden. Das bedeutet, dass rund 5,5 % der kontrollierten Fahrzeuge zu schnell unterwegs waren. Gegen 84 Fahrer wurde ein Fahrverbot ausgesprochen. Als höchster Wert wird eine Messung von 187 km/h auf der B456 bei erlaubten 100 km/h genannt.

Tempoverstöße im Usinger Land

Im hessischen Ordnungsbehördenbezirk Usingen, Neu-Anspach und Grävenwiesbach wurde hingegen innerorts kontrolliert. Hier zählten die Behörden 10.186 Geschwindigkeitsverstöße. Darunter befanden sich 9.887 Verwarnungen (bis 20 km/h zu schnell) und 299 Bußgelder (ab 21 km/h zu schnell). Inklusive der Verwarn- und Bußgelder für andere Verkehrsvergehen beliefen sich die Einnahmen vor Abzug der Personal- und Sachkosten der Kommunen auf rund 450.000 Euro.

Behörden wehren sich gegen Abzocke-Vorurteile

Manche der erwischten Fahrer äußerten ihren Unmut über die Blitzer-Praxis und warfen den Behörden Geldmacherei vor. Hans-Jörg Bleher, Leiter Sicherheit und Ordnung des gemeinsamen Ordnungsamtsbezirkes Neu-Anspach, Usingen und Grävenwiesbach, widerspricht dieser Haltung deutlich: „Geschwindigkeitsmessungen sind ein wesentliches Instrument der Prävention. Ziel dieser Maßnahmen ist nicht die Generierung von Einnahmen, sondern die konsequente Erhöhung der Verkehrssicherheit und der Schutz aller Verkehrsteilnehmer.“

Die Durchführung von Tempokontrollen erfolge nach den Vorgaben des hessischen Erlasses zur Verkehrsüberwachung durch örtliche Ordnungs- und Polizeibehörden vom 23. Februar 2015. Demzufolge wolle man durch Überwachungsmaßnahmen an Unfallschwerpunkten, schutzwürdigen Einrichtungen wie Schulen und Kindergärten sowie auf innerörtlichen Bundesstraßen für mehr Sicherheit im Straßenverkehr sorgen.

Weitere Gemeinden im Fokus der Verkehrsüberwachung

Auch in anderen Kommunen des Hochtaunus wurde die Geschwindigkeit kontrolliert. So ermittelten die Behörden in Wehrheim und Weilrod im Jahr 2025 mithilfe von 24 mobilen Messungen insgesamt 1.316 Verkehrssünder. Die Einnahmen lagen bei 70.000 Euro, einschließlich der Sanktionen für Verstöße im ruhenden Verkehr. In der Gemeinde Schmitten führten 23 Messungen zu 700 geahndeten Geschwindigkeitsvergehen.

Stand: 26.03.2026

Quellen:

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