Iran-Krieg treibt Öl- und Spritpreise: Das müssen Autofahrer wissen

04.03.2026 - 4 min Lesezeit
das Wichtigste zuerst

Eskalation im Iran: Die Angriffe der USA und Israels führen zu einem Sprung des Ölpreises auf etwa 85 Dollar und treiben E10 sowie Diesel in Deutschland auf ein Zweijahreshoch.

Blockade der Straße von Hormus: Die Schließung dieser lebenswichtigen Route durch die Revolutionsgarden stoppt den Schiffsverkehr und droht den Ölpreis auf 130 Dollar zu katapultieren.

Wirtschaftliche Folgen: Ein dauerhafter Lieferstopp aus der Region könnte laut EZB das Wachstum in der Eurozone um 0,6 Prozentpunkte senken und die Produktion lähmen.

Reaktion an den Tankstellen: Die Angst vor Knappheit hat an vielen Tankstellen Hamsterkäufe ausgelöst, während erste Stationen bereits Preise von über zwei Euro pro Liter verlangen.

Hoffnung durch OPEC+: Zwar plant die Erdöl-Allianz eine Förderausweitung ab April 2026, doch gibt der ADAC zu bedenken, dass Preissenkungen nur sehr verzögert beim Verbraucher ankommen.

Iran-Krieg treibt Öl- und Spritpreise: Das müssen Autofahrer wissen

© lunopark / shutterstock.com (Symbolbild)

Warum der Iran-Krieg an der Zapfsäule spürbar wird

Infolge der Angriffe der USA und Israels auf den Iran seit vergangenem Samstag ist der Ölpreis deutlich angestiegen. Da bewaffnete Konflikte im Nahen Osten die Rohölpreise oft nach oben treiben, hat sich die Sorte Brent bereits von etwa 70 auf zirka 85 US-Dollar pro Barrel verteuert.

Zusätzlich steigt die Nervosität am Markt, da die Straße von Hormus als Schlüsselroute für Öltransporte bedroht ist. Je länger die Unsicherheit und mögliche Lieferstörungen andauern, desto eher verteuert sich Öl auf dem Weltmarkt – und das wirkt sich auch dann hierzulande aus, wenn Deutschland nicht direkt aus dieser Region beliefert wird.

E10 und Diesel auf Zweijahreshoch

Der reine Barrelpreis rechtfertigt einen regelrechten Preisschock an der Zapfsäule zwar nicht, dennoch haben die ersten Tankstellen in Deutschland die Preise für Benzin (E5) auf rund zwei Euro und für Diesel auf über zwei Euro pro Liter angehoben. Aufgrund der zu erwartenden Verschlechterung des Preises haben sich zudem überall in Deutschland Schlangen an den Tankstellen gebildet, wie die Bild-Zeitung berichtet.

Anfang dieser Woche erreichten die Kraftstoffpreise mit 1,839 Euro für E10 und 1,816 Euro für Diesel ein Zweijahreshoch. Laut ADAC wurden derartige Summen zuletzt im Mai 2024 für Benzin und im Oktober 2023 für Diesel erzielt.

Die Folgen einer längeren Blockade der Straße von Hormus

Über die Straße von Hormus werden etwa 20 Prozent des weltweiten Öltransports abgewickelt. Fällt diese Route aus oder wird sie stark eingeschränkt, steigt der Druck auf die Preise und die Inflation, weil Öl weltweit zu Weltmarktpreisen gehandelt wird.

Iran versucht bereits, diese Hebelwirkung aktiv zu nutzen. Die Revolutionsgarden haben die Meerenge offiziell für geschlossen erklärt und drohen mit Angriffen auf jeden Tanker, der die Durchfahrt wagt.
Da große Reedereien die Passage nun meiden und Versicherungen den Schutz entzogen haben, ist der Schiffsverkehr faktisch zum Erliegen gekommen, was die globalen Energiemärkte massiv unter Stress setzt.

Worst-Case-Szenario: 130 Dollar pro Barrel

In diesem Zusammenhang warnen Ökonomen und Zentralbanker vor dämpfenden Effekten auf das Wachstum bei gleichzeitigem Inflationsdruck, wenn Energie länger knapp und teuer bleibt.

Sollte die Straße von Hormus tatsächlich länger blockiert werden, halten die Experten einen Anstieg des Rohölpreises auf 130 Dollar pro Barrel für möglich. Dies würde sich auch negativ auf die Produktion, Wirtschaftswachstum und Inflation in der Eurozone auswirken.

Welche Faktoren die Lage wieder entspannen könnten

Sollte sich die Lage am Golf beruhigen, besteht zumindest mittelfristig Hoffnung auf sinkende Preise. Die Erdöl-Allianz OPEC+ hat bereits eine Erhöhung der Fördermengen angekündigt.

Auf eine schnelle Verbesserung der Situation sollte man dennoch nicht hoffen: „Während steigende Ölpreise meist sehr schnell an den Zapfsäulen ankommen, dauert es bei sinkenden Preisen oft länger“, so ein Kraftstoff-Experte des ADAC.

Wachstum in Gefahr: EZB-Volkswirt warnt vor spürbarem Rückgang

Für die deutschen Autobauer ist der Iran als direkter Zulieferer eher unbedeutend. Von entscheidender Bedeutung ist hingegen der Energiefaktor, da hohe Preise die Produktion, die Logistik und die Kauflaune in Deutschland und der EU gleichermaßen belasten.

Laut Schätzungen des EZB-Volkswirts Philip Lane könnte das Wachstum in der Eurozone um 0,6 Prozentpunkte sinken, wenn die Energiepreise auf diesem hohen Niveau verharren. Ein dauerhafter Rückgang der Rohstoffflüsse würde dann die gesamte europäische Wirtschaft lähmen.

Quellen

Autobild: Was Autofahrer über den Iran wissen müssen

Bild.de: Lange Schlangen an den Tankstellen wegen Iran-Krieg

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