das Wichtigste zuerst
• Teure Winterschäden: Der ADAC prognostiziert wegen des kalten und wechselhaften Winters Straßenschäden in Milliardenhöhe.
• Physik der Frostsprengung: Häufige Temperaturwechsel lassen mehr Wasser in den Asphalt eindringen. Beim Gefrieren dehnt es sich aus und sprengt die Struktur von innen auf.
• Massiver Sanierungsstau: Laut einer Difu-Studie liegt der Investitionsbedarf für kommunale Wege bei rund 283 Milliarden Euro, wobei laut ADAC bereits jedes dritte Teilstück als marode gilt.
• Hohe Instandsetzungskosten: Das provisorische Flicken eines einzelnen Schlaglochs kann bis zu 200 Euro kosten.
• Prävention für Autofahrer: Regelmäßige Reifendruck-Checks, vergrößerter Sicherheitsabstand sowie Vorsicht bei wassergefüllten Pfützen reduzieren das Risiko für Schlagloch-Schäden.

© K-FK / shutterstock.com (Symbolbild)
Warum der Winter Deutschlands Straßen zusetzt
Deutschlands Straßen leiden unter den Folgen von Regen, Eis und Schnee und die Schäden könnten in die Milliarden gehen. Laut dem ADAC haben insbesondere die starken Temperaturschwankungen der letzten Zeit dem Asphalt massiv zugesetzt.
Durch den häufigen Frost-Tau-Wechsel seien immer mehr Löcher in die Fahrbahnen gerissen worden, deren Ausmaß erst noch vollends zutage treten wird. Die Winterschäden fallen nach Einschätzung des Automobilclubs größer aus als in den vorigen Jahren. Insbesondere kommunale Straßen seien davon betroffen.
Studie: Jedes dritte Teilstück marode
Eine Studie des Deutschen Instituts für Urbanistik aus 2023 beziffert den Finanzbedarf für den kommunalen Straßenbau auf 283 Milliarden Euro. Die Experten analysierten dafür umfassend den Zustand der Verkehrswege in den einzelnen Kommunen. Laut ADAC ist bereits jedes dritte Teilstück marode. „Klar ist: Der diesjährige Winter dürfte die finanzielle Situation noch zusätzlich verschärfen“, so die Prognose.
Steter Frost sprengt den Asphalt
Temperaturen, die ständig um den Nullpunkt schwanken, sind für die Verkehrswege schädlicher als eine konstante Kälteperiode. Sobald Regen- oder Schmelzwasser in die Fahrbahndecke einsickert und dort gefriert, dehnt es sich aus und zerstört die Struktur von innen. Fahren Autos anschließend über diese instabilen Stellen, brechen sie ein und es entstehen Löcher.
Ein einzelnes Schlagloch provisorisch zu flicken, kostet dem ADAC zufolge bis zu 200 Euro. Eine langfristige Sicherung der Infrastruktur setze hingegen ein „systematisches Erhaltungsmanagement“ voraus, da das verwendete Kaltmischgut oft nur eine temporäre Lösung darstellt und bei anhaltender Nässe schnell wieder ausbricht.
Schlaglöcher und Winterschäden: Das kann man präventiv tun
Der Winter in Deutschland ist in diesem Jahr so intensiv wie lange nicht mehr. Eisregen und Schneemassen sorgten in vielen Fällen für Chaos auf den Straßen. Die Bilanz der regionalen Unwetterlagen: lange Staus, blockierte Wege und zahlreiche Unfälle.
Damit Felgen und Fahrzeug auch unter diesen widrigen Bedingungen heil bleiben, hier eine Übersicht für Autofahrer, wie sich Schäden durch marode Straßen im Winter vorbeugend vermeiden lassen:
• Reifendruck regelmäßig prüfen: Bei sinkenden Temperaturen fällt der Druck; ein korrekt befüllter Reifen schützt die Felge besser bei Schlagloch-Treffern.
• Abstand vergrößern: Nur mit ausreichend Distanz zum Vordermann lassen sich Schlaglöcher oder Eisplatten rechtzeitig erkennen und sicher umfahren.
• Beleuchtung säubern: Salzschleier auf den Scheinwerfern reduzieren die Sichtweite drastisch und erschweren das Erkennen von Fahrbahnschäden bei Dunkelheit.
• Frostschutz-Check: Scheibenwaschwasser muss für zweistellige Minusgrade gerüstet sein, um bei gefrierendem Regen sofort freie Sicht zu schaffen.
• Vorsicht bei Pfützen: Tiefe Schlaglöcher sind oft mit Wasser gefüllt und als solche nicht erkennbar – im Zweifel langsam durchfahren.
Quellen
Spiegel Online: ADAC warnt vor Milliardenkosten durch winterbedingte Straßenschäden
WELT: ADAC rechnet mit Milliardenschäden durch Wintereinbruch
Deutschlandfunk: Winter verursacht deutlich mehr Schlaglöcher, ADAC rechnet mit Milliardenkosten
Difu-Studie: Investitionsbedarfe für ein nachhaltiges Verkehrssystem
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