60.000 Mitglieder verloren: ADAC-Verkehrspräsident tritt nach Spritpreis-Äußerung zurück

03.02.2026 - 3 min Lesezeit
das Wichtigste zuerst

Auslöser: Verkehrspräsident Hillebrand hatte die CO₂-Bepreisung für Kfz in einem Interview als „richtiges Instrument“ bezeichnet.
Folge: Daraufhin folgte ein Autofahrer-Shitstorm im Netz, in dessen Folge 60.000 Mitglieder den Automobilclub verließen.
Stellungnahme: Eine Sprecherin betonte, dass der entstandene Eindruck nicht zu den Werten des Clubs passe und man sich weiterhin für bezahlbare Mobilität einsetze.
Einordnung: Trotz des Vertrauensbruchs bei der Kernzielgruppe konnte der Verein die Verluste durch zeitgleich 100.000 Neuanmeldungen wirtschaftlich mehr als ausgleichen.

60.000 Mitglieder verloren: ADAC-Verkehrspräsident tritt nach Spritpreis-Äußerung zurück

© Nehris / shutterstock.com (Symbolbild)

Konsequenzen nach der Spritpreisdebatte

Nach dem Shitstorm um seine Äußerungen zur CO₂ -Bepreisung ist ADAC-Verkehrspräsident Gerhard Hillebrand von seinem Posten zurückgetreten. Er reagiert damit auf eine massive Kündigungswelle: Laut bild.de sollen allein in den letzten vier Wochen 60.000 Mitglieder den Automobilclub verlassen haben.

Da die Basis in der Befürwortung höherer Spritpreise einen Verrat an den Kerninteressen der Autofahrer sah, musste der 60-Jährige schließlich die Konsequenzen ziehen. Seine Aufgaben im Automobilclub werden laut dem Bericht vorerst kommissarisch von Technikpräsident Karsten Schulze übernommen.

Vom Interview zum Shitstorm: ein Statement und seine Folgen

Hillebrand hatte die geplante CO₂-Bepreisung von Benzin in einem Zeitungsinterview als grundsätzlich „richtiges Instrument“ bezeichnet, um die Klimaziele im Verkehrssektor zu erreichen. Dabei sprach sich der Verkehrsrechtsanwalt für eine schrittweise Verteuerung fossiler Kraftstoffe aus, forderte jedoch gleichzeitig finanzielle Entlastungen für die Verbraucher.

Die Reaktionen der Mitglieder fielen verheerend aus, da viele Autofahrer in diesen Äußerungen ein Plädoyer für höhere Spritpreise und einen Verrat an ihrer Interessenvertretung gesehen hatten. In der Folge kam es zu einem massiven Shitstorm in den sozialen Medien, woraufhin eine beispiellose Kündigungswelle einsetzte und zehntausende Autofahrer ihre Mitgliedschaft beendeten.

ADAC-Sprecherin: Falscher Eindruck entstanden

Eine Sprecherin des ADAC äußerte sich gegenüber bild.de zur aktuellen Kündigungswelle. Demnach sei der Eindruck vieler Mitglieder, dass der Automobilclub sich nicht mehr für sie einsetze, der Grund für die zahlreichen Austritte. Diese Entwicklung nehme man sehr ernst.

„Der Eindruck, der durch das Interview entstanden ist, passt nicht zu den klaren Positionen des ADAC“, betonte die Vertreterin. „Ob Benziner, Diesel oder E-Auto: Wir machen uns gegen jede weitere Belastung ohne sozialen Ausgleich stark. Unser Auftrag lautet: bezahlbare Mobilität für alle.“

Neuanmeldungen übertreffen die Kündigungen

Was ebenfalls zur Wahrheit gehört: Aus wirtschaftlicher Sicht hat die Austrittswelle den Automobilclub kaum getroffen. Die Organisation konnte zeitgleich 100.000 neue Anmeldungen verzeichnen und den Verlust somit mehr als ausgleichen. Dennoch offenbaren die wütenden Reaktionen einen Vertrauensbruch bei der Kernzielgruppe, der sich in den zahlreichen Austrittsbekundungen in den sozialen Netzwerken widerspiegelt.

Quellen

Bild.de: ADAC-Verkehrspräsident tritt nach Wutwelle zurück!

Spiegel.de: ADAC-Verkehrspräsident plädiert für höheren Spritpreis, jetzt ist er seinen Job los

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