Darf man sein Auto zu Hause waschen?

das Wichtigste zuerst
  • Rechtslage: Maßgeblich für das Waschen auf Privatgrundstücken sind das Wasserhaushaltsgesetz, die Landeswassergesetze, kommunale Satzungen und die StVO. Grundsätzlich dürfen Öl, Benzin und Chemie nicht ins Grundwasser gelangen.
  • Was erlaubt ist: In der Regel ist nur die Handwäsche mit Schwamm und klarem Wasser auf befestigtem Grund mit Ablauf in die Mischkanalisation zulässig. Reinigungsmittel, Hochdruckreiniger und Motorwäsche sind tabu.
  • Öffentlicher Raum: Straßen dürfen durch das Abwasser nicht beschmutzt oder benetzt werden, weil sie so eine Gefahr für den Verkehr darstellen. Zudem sind Lärm- und Ruhezeiten zu beachten.
  • Sanktionen & Alternativen: Je nach Bundesland können empfindliche Bußgelder drohen. Trockenwäsche, Waschanlagen und SB-Boxen bieten rechtssichere Alternativen.

Was ist zu Hause grundsätzlich erlaubt oder verboten?

Ob die Autowäsche auf dem eigenen Grundstück zulässig ist, entscheidet vor allem der Schutz von Boden und Grundwasser. Hintergrund ist § 48 des Wasserhaushaltsgesetzes (WHG), wonach Schadstoffe nicht ins Grundwasser eingeleitet werden dürfen. Daher ist die Fahrzeugwäsche auch in den meisten kommunalen Abwassersatzungen auf nicht befestigten Flächen untersagt. Der Gedanke dahinter leuchtet ein: Untergründe wie Rasen, Kies oder Schotter sind problematisch, weil das Wasser ungefiltert in den Boden sickern kann.

Eine Autowäsche per Hand.

New Africa / shutterstock.com

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Doch selbst auf festem Untergrund wie Asphalt ist die Autowäsche oftmals nur geduldet, wenn das anfallende Wasser in die Schmutzwasserkanalisation gelangt und dort gereinigt wird. Das Ableiten des Wassers in Regengullys sowie die Nutzung von Dampfstrahlern und jede Form der Motorwäsche erhöhen das Risiko eines Schadstoffeintrags und sind deshalb in den meisten Fällen verboten. Viele Gemeinden machen Ausnahmen für eine schlichte Handwäsche mit klarem Wasser ohne chemische Zusätze. Wer sichergehen will, prüft die örtliche Satzung oder fragt beim Umwelt- oder Ordnungsamt nach.

Gut zu wissen: In ausgewiesenen Wasserschutzgebieten ist die Autowäsche auf Privatgrundstücken ausnahmslos verboten.

Die „Waterless“-Methode als legale Alternative

Als innovative und rechtssichere Alternative zur traditionellen Autowäsche bietet sich die sogenannte „Waterless Wash“-Methode (Trockenwäsche) an. Dabei handelt es sich um spezielle Sprühreiniger, die auf die Lackoberfläche aufgetragen werden. Die Emulsion kapselt den Schmutz ein, sodass dieser anschließend mit einem Mikrofasertuch kratzfrei abgewischt werden kann.

Der entscheidende Vorteil: Bei dieser Methode entsteht kein Abwasser, das in den Boden versickern oder in die Kanalisation gelangen könnte. Da keine wassergefährdenden Stoffe freigesetzt werden, ist die Trockenwäsche auf dem eigenen, auch unversiegelten Grundstück in der Regel unbedenklich und legal.

Wie verhält es sich mit dem Waschen im öffentlichen Verkehrsraum?

Im öffentlichen Raum steht die Verkehrssicherheit an erster Stelle. „Das Beschmutzen oder Benetzen der Straße“ ist daher laut § 32 der Straßenverkehrsordnung (StVO) verboten, weil dadurch der Verkehr gefährdet oder erschwert werden kann. Im Zuge einer Autowäsche droht genau dieses Szenario, da beim Waschen Wasserfilme, Schaum und Schmutz entstehen.

Sanktionen bei Verstößen

Wer die Regeln missachtet, wird je nach Landesrecht und kommunaler Praxis sanktioniert. So können Bußgelder bis zu 100.000 Euro verhängt werden, sofern es sich um ein besonders schwerwiegendes Umweltvergehen handelt. In der alltäglichen Praxis ist beim unzulässigen Autowaschen auf Privatgrundstück eher ein Bußgeld zwischen 25 und 500 Euro die Regel.

Zudem muss man sich an die gängigen Ruhe- und Lärmschutzvorgaben in Wohngebieten halten. Insbesondere an Sonn- und Feiertagen soll die Arbeit ruhen. Das gilt auch für das ansonsten zulässige Staubsaugen im Fahrzeuginnenraum.

Was ist die sichere Alternative und was kostet sie?

Rechtssicher und ökologisch sinnvoll ist die Nutzung einer professionellen Waschanlage. Die Preise für eine Standardwäsche bewegen sich je nach Anbieter meist im unteren zweistelligen Bereich. Eine beliebte Alternative sind Self-Service-Waschboxen (SB-Boxen). Sie erlauben eine besonders schonende Handreinigung und verfügen – ebenso wie große Waschanlagen – über die gesetzlich vorgeschriebene Abscheidetechnik. Diese sorgt dafür, dass Ölreste und Kraftstoffe zuverlässig vom Wasser getrennt werden, bevor es fachgerecht behandelt in die Kanalisation fließt.

Stand: 05.02.2026

Quellen:

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