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Der Automatikführerschein erleichtert die Fahrausbildung, wirft jedoch Fragen zu Fahrerlaubnisbeschränkungen auf.
das Wichtigste zuerst
- Vorteile Automatik:Bei einem Automatikfahrzeug entfällt das manuelle Schalten und Kuppeln.
- Schlüsselzahl 78:Sie beschränkt die Fahrerlaubnis auf Fahrzeuge mit Automatikgetriebe.
- Schlüsselzahl 197:Mit der B197-Regelung kann die praktische Prüfung der Klasse B mit einem Automatikfahrzeug abgelegt werden, ohne dass die Fahrerlaubnis auf Automatikfahrzeuge beschränkt ist.
- Voraussetzungen für B197:Erforderlich sind mindestens zehn Fahrstunden à 45 Minuten mit einem Schaltwagen sowie eine 15-minütige Testfahrt mit einem Fahrlehrer.
- Automatik-Erlaubnis inklusive: Wird die praktische Prüfung direkt mit einem Schaltwagen abgelegt, gilt die Fahrerlaubnis grundsätzlich auch für Automatikfahrzeuge.
- Führerschein-Kosten:Die Gesamtkosten hängen unter anderem von der Fahrschule, dem Wohnort und der Anzahl der benötigten Fahrstunden ab.
Was ist ein Führerschein für Automatikfahrzeuge?
Beim sogenannten Automatikführerschein lernen Fahrschüler das Fahren mit einem Fahrzeug, das die Gangwechsel selbstständig übernimmt. Das manuelle Schalten und Kuppeln entfällt, sodass sich Fahranfänger stärker auf den Verkehr und die sichere Fahrzeugführung konzentrieren können. Die grundlegenden Ausbildungsinhalte der Fahrschule bleiben davon unberührt. Dazu gehören unter anderem das richtige Verhalten im Straßenverkehr und die sichere Bedienung des Fahrzeugs.
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Was bedeutet die Schlüsselzahl 78 im Führerschein?
Welche Beschränkungen für eine Fahrerlaubnis gelten, lässt sich anhand der Schlüsselzahlen im Führerschein erkennen. Die gesetzlichen Grundlagen sind in Anlage 9 der Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV) geregelt. Die Schlüsselzahl 78 steht dabei für eine Beschränkung auf Fahrzeuge mit Automatikgetriebe. Ist diese Schlüsselzahl in Verbindung mit der Fahrerlaubnisklasse B im Führerschein zu finden, darf man grundsätzlich keinen Pkw mit manuellem Schaltgetriebe fahren. Fahrzeuge mit Halbautomatikgetriebe, also bei denen lediglich die Gänge manuell eingelegt werden, sind hingegen zulässig.
Wer dennoch Fahrzeuge mit manuellem Schaltgetriebe führt, macht sich unter Umständen wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis strafbar. Hat ein Fahrschüler dagegen die praktische Prüfung mit einem Schaltwagen abgelegt, darf er damit grundsätzlich auch mit einem Automatikfahrzeug am Straßenverkehr teilnehmen.
Wie funktioniert die 197er-Regelung?
Seit dem 1. April 2021 ermöglicht die B197-Regelung, die praktische Prüfung für die Pkw-Fahrerlaubnis der Klasse B mit einem Automatikfahrzeug abzulegen und trotzdem Schaltwagen fahren zu dürfen. Dafür müssen Fahrschüler zusätzlich mindestens zehn Fahrstunden à 45 Minuten mit einem Fahrzeug mit Schaltgetriebe der Klasse B absolvieren. Dazu kommt eine 15-minütige Testfahrt mit einem Fahrlehrer, bei der die sichere Bedienung eines Schaltwagens nachgewiesen werden muss. Ein gesonderter praktischer Prüfungsteil ist nicht vorgesehen.
Der Nachweis über Schaltwagen-Tauglichkeit wird anhand der Schlüsselzahl 197 auf der Rückseite des Führerscheins neben der Fahrerlaubnisklasse B in Spalte 12 eingetragen. Sie dokumentiert, dass die praktische Prüfung mit einem Automatikfahrzeug abgelegt und zugleich die vorgeschriebene Ausbildung auf einem Schaltwagen absolviert wurde. Die gesetzlichen Voraussetzungen ergeben sich aus § 17a der Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV).
Die Eintragung erfolgt dabei über zwei Wege: Bei einer Erstausstellung wird die Option direkt mit dem Erstantrag bei der Fahrschulanmeldung gewählt, sodass der Führerschein nach bestandener Automatik-Prüfung unmittelbar mit der Schlüsselzahl 197 ausgehändigt wird. Liegt bereits ein Führerschein mit einer reinen Automatikbeschränkung vor (Schlüsselzahl 78), erfolgt die Eintragung über eine nachträgliche Umschreibung. Hierzu wird der von der Fahrschule ausgestellte Schaltkompetenznachweis bei der zuständigen Führerscheinstelle eingereicht, woraufhin die bisherige Beschränkung gelöscht und ein neues Führerscheindokument gedruckt wird.
Was kostet der Automatikführerschein?
Die Kosten für einen Pkw-Führerschein richten sich unter anderem nach der Fahrschule, dem regionalen Preisniveau, den benötigten Fahrstunden und den Gebühren für die Prüfungen. Wer die praktische Prüfung beim ersten Versuch besteht und nur wenige zusätzliche Fahrstunden benötigt, kann die Gesamtkosten reduzieren. Zusätzliche Fahrstunden oder wiederholte Prüfungen können die Ausbildung dagegen verteuern.
Bei der Auswahl einer Fahrschule empfiehlt es sich daher, die Preise für Grundbetrag, Fahrstunden, Sonderfahrten, Lernmaterial und Prüfungsgebühren zu vergleichen. Alles in allem kann ein Pkw-Führerschein der Klasse B rund 2500 bis 4500 Euro kosten. Dabei weichen die Kosten für den Automatikführerschein in der Regel nicht von den finanziellen Aufwendungen für den „klassischen“ B-Führerschein ab.
Lediglich für die Eintragung der Schlüsselzahl 197 in den Führerschein fallen für die zusätzlichen Fahrstunden rund 50 bis 100 Euro, circa 50 Euro für die Testfahrt und 30 Euro Gebühren für die Änderungen der Schlüsselzahl im Führerschein an.
Welche Einschränkungen gelten für Automatikfahrer?
Wer seine Fahrerlaubnis mit der Schlüsselzahl 78 erworben hat, darf grundsätzlich nur Fahrzeuge mit Automatikgetriebe führen. Die Beschränkung betrifft die Fahrzeugführung, nicht die allgemeinen Pflichten im Straßenverkehr. Alle Fahrer müssen die Verkehrsregeln einhalten und dürfen weder sich selbst noch andere Verkehrsteilnehmer gefährden. Je nach Verstoß können Bußgelder, Punkte im Fahreignungsregister oder Fahrverbote folgen. Bei schwerwiegenden Verstößen kommt unter bestimmten Voraussetzungen auch der Entzug der Fahrerlaubnis infrage. Fahranfänger müssen außerdem die Vorschriften für die Probezeit beachten.
Fazit
Ein Automatikfahrzeug erleichtert die Fahrzeugbedienung, da das manuelle Kuppeln und Schalten entfällt. Wer die praktische Prüfung mit einem Automatikfahrzeug ablegt, erhält grundsätzlich eine auf Automatikfahrzeuge beschränkte Fahrerlaubnis mit der Schlüsselzahl 78.
Mit der B197-Regelung ist es dagegen möglich, die praktische Prüfung auf einem Automatikfahrzeug abzulegen und nach einer vorgeschriebenen Schaltausbildung auch Schaltwagen zu fahren. Die Schlüsselzahl 197 dokumentiert diese besondere Ausbildungs- und Prüfungskombination. Welche Variante sinnvoller ist, hängt von den persönlichen Fahrgewohnheiten, den beruflichen Anforderungen und den individuellen Ausbildungszielen ab.
Quellen
Zusammengestellt von der Redaktion Geblitzt.de.


