Schwarzlichtblitzer und Infrarotblitzer

Stand vom - 5 min Lesezeit

Was man über Messgeräte ohne sichtbaren Blitz wissen sollte, wo Infrarotblitzer eingesetzt werden und wann Messfehler passieren können.

das Wichtigste zuerst
  • „Unsichtbare“ Blitzer: Schwarzlichtblitzer, auch Infrarotblitzer genannt, arbeiten mit für das menschliche Auge nicht wahrnehmbarem Infrarotlicht.
  • Einsatzmöglichkeiten: Die Infrarottechnik kann mit unterschiedlichen Messverfahren kombiniert werden, um insbesondere Geschwindigkeits- und Rotlichtverstöße zu ahnden.
  • Vorteil der Infrarotmessung: Da der Fahrer den Blitz nicht wahrnimmt, wird er während der Messung nicht durch ein helles Licht erschreckt oder abgelenkt.
  • Einsatz bei Dunkelheit: Schwarzlichtblitzer eignen sich insbesondere für dunkle Umgebungen wie Tunnel, Waldschneisen oder für Geschwindigkeitskontrollen bei Nacht.
  • Kritischer Aspekt: Autofahrer können den Messvorgang nicht unmittelbar wahrnehmen und erfahren unter Umständen erst durch einen Bußgeldbescheid von dem Geschwindigkeitsverstoß.
  • Mögliche Messfehler: Infrarotblitzer unterliegen den gleichen Fehleranfälligkeiten wie die Technik des zugrundeliegenden Messverfahrens.
  • Blitzerfoto prüfen: Bei einer mangelhaften Ausleuchtung kann es vorkommen, dass lediglich das Kennzeichen und nicht der Fahrer eindeutig erkennbar ist.

Was ist ein Schwarzlicht- beziehungsweise Infrarotblitzer?

Ein Schwarzlichtblitzer zeichnet sich dadurch aus, dass der ausgesendete Blitz durch die verwendete Infrarottechnik für das menschliche Auge nicht sichtbar ist. Je nach eingesetztem Messverfahren wird die Geschwindigkeit zum Beispiel anhand der Änderung der Entfernung, des Doppler-Effekts oder der benötigten Zeit für eine bestimmte Wegstrecke ermittelt. Schwarzlichtblitzer können dabei sowohl für stationäre als auch für mobile Messanlagen eingesetzt werden. Neben der Erfassung von Tempoverstößen können unter anderem auch das Fahren über eine Ampel oder das Einhalten des Abstands mittels Infrarot überwacht werden.

Lkw der an einen Blitzer vorbei fährt.

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Vorteile der unsichtbaren Blitzer

Da kein sichtbarer Blitz ausgelöst wird, kann im Gegensatz zu klassischen Blitzern verhindert werden, dass die Aufmerksamkeit des Fahrers durch ein plötzliches helles Licht beeinträchtigt wird. Ein weiterer Effekt besteht darin, dass der betroffene Verkehrsteilnehmer andere Autofahrer nicht ohne Weiteres vor der Messanlage warnen kann, da er den Blitz ja gar nicht registriert hat.

Wo werden Schwarzlichtblitzer eingesetzt?

Schwarzlichtblitzer kommen insbesondere dort infrage, wo der Blitz einer herkömmlichen Messanlage den Autofahrer stark blenden könnte. Dazu gehören beispielsweise dunkle Bereiche wie Tunnel und Waldschneisen. Auch bei nächtlichen Geschwindigkeitskontrollen auf stark befahrenen Autobahnen wird die Infrarottechnik eingesetzt.

Infrarotblitzer im Verdacht der „Bußgeld-Abzocke“

Die Unsichtbarkeit des Blitzes wird von Autofahrern teilweise kritisch gesehen. Wer keinen Blitz wahrnimmt, weiß im Zweifel zunächst nicht, dass er zu schnell gefahren ist. Der verkehrspädagogische Lerneffekt tritt dadurch gegebenenfalls erst mit dem Erhalt eines Bußgeldbescheides ein. So könnte es vorkommen, dass ein Verkehrsteilnehmer auf einer längeren Strecke mehrfach wegen eines Tempoverstoßes erfasst wird, ohne die einzelnen Messungen zu bemerken. Dann müsste sich der Betroffene allerdings auch die Frage gefallen lassen, warum er mehrere Tempolimitschilder ignoriert hat.

Welche Fehler können bei einem Infrarotblitzer auftreten?

Auch Schwarzlichtblitzer sind nicht fehlerfrei. Bei der Messung können – abhängig vom konkreten Blitzgerät und Messverfahren – sowohl die technischen Voraussetzungen als auch die konkreten Bedingungen am Messort eine Rolle spielen. So können beispielsweise ungünstige Wetter- und Witterungsverhältnisse wie eine nasse oder vereiste Fahrbahn die Messergebnisse beeinflussen.

Darüber hinaus kommen technische Fehler, etwa eine fehlerhafte Software oder eine nicht einwandfreie Funktionsweise des Messgeräts, als mögliche Fehlerquellen infrage. Auch eine abgelaufene Eichfrist oder unregelmäßige Wartung des Geräts kann bei der Überprüfung der Bußgeldvorwürfe relevant sein. Ebenso ist die konkrete Aufstellung des Blitzers für die Verwertbarkeit einer Messung von Bedeutung. Daher ist zu prüfen, ob das Messgerät so positioniert war, dass eine ausreichende Sicht auf die Fahrbahn bestand. Auch bei getarnten Blitzern können die konkreten örtlichen Gegebenheiten eine Rolle spielen.

Eine weitere mögliche Fehlerquelle besteht darin, dass mehrere Fahrzeuge gleichzeitig von einem Blitzer erfasst werden. In einem solchen Fall muss sichergestellt sein, dass der ermittelte Messwert eindeutig dem Fahrzeug zugeordnet werden kann, dem die Geschwindigkeitsüberschreitung zur Last gelegt wird. Ein Aspekt, der speziell die Schwarzlichtblitzer betrifft, ist deren mangelhafte Ausleuchtung des geblitzten Fahrzeugs. Dabei wird häufig nur das Nummernschild und nicht der Fahrer erfasst. So ist es für die Behörden schwieriger festzustellen, ob der Halter selbst oder ein anderer Fahrer am Steuer des Autos saß.

Beim Blitzen von Verkehrsteilnehmern können sowohl die Technik als auch das Verhalten der Messbeamten Fehler aufweisen. Nur wer Einspruch gegen die Vorwürfe erhebt, hat Chancen auf die Einstellung des Bußgeldverfahrens.

Fazit

Schwarzlichtblitzer ermöglichen die Ahndung von Verkehrsverstößen, ohne dass der betroffene Fahrer einen sichtbaren Blitz wahrnimmt. Die Technik kann sowohl bei stationären als auch bei mobilen Messanlagen eingesetzt werden und eignet sich insbesondere für dunkle Bereiche wie Tunnel oder für nächtliche Verkehrskontrollen.

Auch ein Infrarotblitzer arbeitet nicht stetig einwandfrei. Im Rahmen der Prüfung eines Bußgeldvorwurfs spielen insbesondere die Positionierung des Geräts, die Messung und die Qualität des Blitzerfotos eine Rolle.

Stand: 01.10.2026

Quellen

Zusammengestellt von der Redaktion Geblitzt.de.

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